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Tuesday, April 3rd 2012, 9:35am

[Story] Die Legenden des Schnees

Habe die folgende Story mal in der "Rohfassung", also so wie ich sie runtergetippt habe, hier reingestellt. Vielleicht werde ich sie eines Tages mal überarbeiten, der Mittelteil ist noch etwas zu grob. Auch fehlt hier und da ein bisschen das Bildhafte. Hoffe aber, dass ihr dennoch Spaß beim Lesen haben werdet:



Teil 1

Schwer atmend hetzt er weiter durch den schneebedeckten Wald. Eigentlich war er der Jäger, normalerweise konnte er sich lautlos an seine Beute anschleichen und zupacken, bevor das Opfer überhaupt wusste, was da auf ihn zukam. SCHMERZ... der brennende Schmerz im Hinterlauf holte ihn zurück ins Hier und Jetzt. Er hörte die Rufe hinter sich, sie kamen unaufhaltsam näher... kreisten ihn langsam aber sicher ein.

>>Weiter, einfach nur weiter, mir fällt schon was ein... wie in den letzten 200 Jahren auch<< ein kurzes blecken seiner scharfen Zähne, dann ein weiterer Haken. Gerade so konnte er noch einen Baum zwischen sich und dem heransausenden Pfeil bringen, der tief ins Holz schlug. Der eiskalte Wind und die zahlreichen Wunden an seinem Wolfskörper machten ihm das Atmen schwer.
>>Weiter!<< befahl er sich...

***

>>Los los, da hinten ist er lang.<< Der Anführer der Banditen konnte sein Glück kaum fassen, endlich waren sie einem der Prime Wölfe auf den Spuren. Die zahlreichen Narben, die er erblickte, als der Wolf einem seiner Männer die Kehle durchbiss, verrieten ihm, dass es sich um einen der Alten handeln musste. Nun jagten sie ihn, mit allem was sie noch hatten. In den ersten Sekunden des Kampfes im Lager tötete die Bestie gut 6 Männer, bevor ein Querschläger den Wolf übel getroffen hatte.

>>Er verliert viel Blut und wird langsamer...<< Das tiefrote Blut auf dem strahlend weißen Neuschnee, der in der Nacht gefallen war, kam dem Anführer wie ein Pfad vor. Noch nie war es jemandem gelungen einen der Prime Wölfe zu töten. Es würde ihn unsterblich machen, fast so unsterblich, wie man es den Wölfen nachsagte.

***

Die Diskussion zwischen den beiden alten Veteranen wäre für Außenstehende nicht mehr als das Knurren zweier sturer Wölfe gewesen, doch wer die Gabe besaß, sich in beide Formen zu verwandeln, Mensch oder Wolf, der konnte die magischen Worte vernehmen. Viel schneller und effizienter als die menschliche Sprache es je hätte sein können.

>>Er ist schon Stunden weg, das sieht ihm nicht ähnlich.<< Knurrte der eine Wolf.
>>Er weiß, dass es nur eine Erkundungsmission ist, du glaubst doch nicht wirklich, dass die Banditen eine echte Gefahr darstellen?<< erwiderte der andere und sprang zurück auf den Felsvorsprung, um dort zu warten. Damit war dem andere Wolf klar, dass der Leitwolf die Diskussion für beendet hielt.

>>Er sollte häufiger auf seine Ratsmitglieder hören<< schnaubte er leise, entfernte sich etwas vom Lager und horchte in die Nacht hinaus. Nach einiger Zeit erreichten zwei jüngere Wölfe das provisorische Lager des Rudels, außer Atem und mehr als aufgebracht. Sie waren eigentlich in ihrer menschlichen Form im Dorf gewesen, um nach dem Rechten zu sehen. Doch auf dem Rückweg kreuzten sich ihre Wege mit dem Verfolgertrupp. Schnell berichteten sie, dass es sich um den vermissten Wolf handelte, es aber zu viele Verfolger waren, um eingreifen zu können.

Das Rudel war müde, viele Abenteuer hatten sie in den letzten Monden erlebt und der Winter machte ihre alten Knochen träge. Viele hatten sich schon damit abgefunden den Rest des Winters nun in menschlicher Form bei ihren Familien zu verbringen. Doch diese letzte Nacht war Tradition, noch einmal durchstreiften sie gemeinsam als Rudel den Wald, um sich bis zum Frühling voneinander zu verabschieden.

>>Diese eine Nacht im Winter ist seit Jahrhunderten Tradition und legendär<< begann der Leitwolf seine Ansprache, wie er es immer vor einer Schlacht tat.
>>Doch legendär ist auch unser Zusammenhalt, wir sind Brüder und Schwestern, Kampfgefährten seit Urzeiten und geboren für die Jagd.
Doch nun wurde einer der unseren vom Jäger zum Gejagten.<< Mit stolzgeschwellter Brust marschiert der Leitwolf auf dem Fels hin und her, lies seinen Blick über das Rudel streifen, über 20 Wölfe zählte das Rudel nun. Dafür, dass es kein Geburtsrecht war, ein Prime zu sein, sondern man sich seinen Platz im Rudel verdienen musste, eine beachtliche Zahl. Er war zwar der Leitwolf, dennoch war es der Verdienst des ganzen Rudels, dass sie es soweit gebracht hatten. Es wurde Zeit, die Kräfte zu entfesseln, die sie schon seit Monden im Zaun hielten. Ein Angriff auf einen der Ihren musste mit aller Härte bestraft werden.

>>Seid ihr bereit eurem Bruder zur Hilfe zu eilen?<< bellte er förmlich hervor. Ein verhaltenes Knurren einiger Wölfe war die Antwort. Sollte sie wirklich schon so müde sein, fragte er sich. Das konnte nicht alles sein. Er sprang von seinem Fels runter und packte sich den erstbesten Wolf, warf ihn um und stellt eine Tatze auf die entblößte Kehle.

Diesmal waren die „Worte“ ein mentaler Schlag tief ins Innere jedes Wolfes. >>Seid ihr bereit mit mir zu jagen und eurem Bruder zu Hilfe zu eilen?<< Doch das damit verbundene Heulen des Leitwolfes war noch markerschütternder. Alle Wölfe stimmten mit ein und der Kampfesschrei breitete sich durch den ganzen Wald aus und war noch am anderen Ende des Tales zu hören.

***

Auch der verfolgte Wolf hörte das Geheule seines Rudels, eine Welle der Zuversicht traf ihn unvermittelt und er hörte die Worte des Leitwolfes in seinem Kopf. >>Das Rudel jagt wieder, halte durch<< Doch an ein Weiterrennen war nicht mehr zu denken, zu sehr schmerzten seine alten Knochen, allein der Blutverlust hätte ein normales Tier schon lange niedergestreckt, doch so leicht wollte er nicht aufgeben, nicht jetzt, wo das Rudel unterwegs war.

Die Taktik möglichst viel Abstand zwischen sich und seinen Verfolgern zu bringen, verwarf er nun. Er versuchte nun seine Spuren zu verwischen und sich eine Deckung zu suchen, um Zeit zu gewinnen. Er konzentrierte sich
auf seine mentalen Fähigkeiten, um eine Illusion für seine Verfolger zu erschaffen, eine falsche Spur, die sie weglocken sollte. Doch er war erschöpft, es war unmöglich sie lange zu täuschen.

***

>>Da... ich hab die Spur wieder gefunden, er ist nach Norden, er will zum Fluss.<< Obwohl der Wolf so schwer verletzt wurde, war das Tempo mörderisch, was er an den Tag gelegt hatte. Der Anführer musste einige Banditen zurücklassen, doch er gab nicht auf. Er konnte den Wolf schon fast riechen, bis zum Fluss würde er es nie schaffen. Gerade als er dem Rest der Truppe nach Norden folgen wollte, fiel es ihm auf... Er konnte den Wolf wirklich riechen.

Plötzlich ein stechender Schmerz in seinem Kopf, doch dann sah er die Blutspur vor sich. Wie konnte er die übersehen haben. Die alten Märchen stimmten also doch, dass die Wölfe über magische Kräfte verfügten. Er gab einem seiner Männer ein Zeichen, die anderen zurückzuholen und pirschte sich dann weiter vor. Hinter einem dicken Baustamm fand er den Wolf. Er konnte kaum raten wie viel Pfeile ihn erwischt hatten, er lag da einfach vor ihm, schwer am Schnaufen. Doch als der Wolf ihn erblickte, kehrte wieder Leben in seinen geschundenen Körper.

Ein kurzer Stich im Kopf, dann konnte er die Worte des Wolfes vernehmen: >>Komm doch, hol dir deine Beute, aber glaub nicht, dass ich es dir einfach machen werde<< Aber auf diesen Trick fiel der Anführer nicht rein, seine Männer begannen schon den Baustamm zu umstellen. 40 zu 1 war eine hoffnungsvollere Quote, als sich auf einen „fairen“ Kampf einzulassen. Er hob seinen Arm, worauf seine Männer die Armbrüste in Stellung brachten, doch gerade als er den Arm senken wollte, um das Schicksal dieser Bestie zu besiegeln, erblickte er auf dem Vorsprung über sich eine Bewegung. Und da war es schon zu spät, sein Arm war in der Position wie versteinert. Diese verdammten Bestien! Er versuchte sich mit aller Kraft dagegen zu stemmen. Aber der Arm verharrte in der Position.

>>Ihr verdammten Dämonen, kämpft fair<< schrie er heraus. Erst starrten ihn seine Männer ungläubig an, doch dann tauchten immer mehr Schatten um sie herum auf. Sie schienen überall zu sein und näherten sich fast lautlos. Er verfluchte sich, sie hatten sich zu sehr auf den verletzten Wolf konzentriert. Nun hörten man auch das Knurren, es brannte sich förmlich in den Kopf und verhieß nichts Gutes.

***

Der verwundete Wolf war bereit einen letzten Versuch zu starten, um dem Anführer die Kehle durchzubeißen. Er sammelte gerade seine letzten verbliebenen Kräfte, wohl wissend diesen Angriff nicht überleben zu können. Aber es sollte ein guter Tod sein, voller Ehre. Doch dann überkam ihn wieder diese wohlige Wärme, Gefühle, wie Bilder in seinem Kopf. Loyalität, Freundschaft, Zusammenhalt und Stärke. Seine Brüder und Schwestern hatten ihn endlich gefunden und ließen es ihn wissen.

***

Endlich hatten sie ihn gefunden, dennoch wollte der Leitwolf nicht überhastet reagieren und brachte sein Rudel in Stellung. Sie waren nicht zu solchen Legenden geworden, weil sie sich wie kleine Hündchen balgten. Er konzentrierte sich auf den Anführer, der den Befehl zum „Tödlichen Angriff“ geben wollte und blockierte seinen Arm. Es verbrauchte mehr Kraft, als er zuerst gedacht hatte. Ein ungutes Gefühl machte sich tief in ihm breit, irgendwas stimmte hier nicht. Er konzentrierte sich stärker und hielt die Blockade aufrecht. Der Anführer brüllte ihm irgendwas zu. Doch was viel bedenklicher war, er wehrte sich mental gegen die Blockade!

***

Der Anführer zögerte noch, aber wenn nicht jetzt, wann dann. Sie waren ihnen zwar immer noch zahlenmäßig überlegen, aber gegen ein ganzes Rudel brauchte man schon eine Armee. Selbst bei 400 Mann wäre der Ausgang einer Schlacht bestenfalls ungewiss. Er konnte nicht riskieren, dass sein Weg hier schon ein Ende finden sollte. Er lies die mentalen Ketten fallen, die seine wirklichen Kräfte bisher verborgen hatten. Sofort spürte er diese innere Hitze, wartete aber noch auf den richtigen Augenblick.
Nur für einen Wimpernschlag verringerte der Leitwolf seine Konzentration auf die Blockade, um einen mentalen Befehl zu geben. Er warf sich mit aller Kraft gegen die Blockade und konnte den Arm nach unten reißen. Doch der Befehl des Leitwolfes brannte sich in sein Hirn ein:

>>Bereitet dem Rudel und unseren Ahnen Ehre!<< Das Heulen des Wolfes lies sein Herz fast zu Eis erstarren.

In der Sekunde, wo der Arm nach unten fiel, jagten die Pfeile aus den Armbrüsten los. Doch statt das Schicksal des verletzten Wolfes zu besiegeln, schlugen die Pfeile in die Körper von 3 Wölfen ein, die sich blitzschnell zwischen die Schützen und dem Wolf geworfen hatten. Sie gingen zwar zu Boden, aber es brauchte schon mehr, um einen der Prime Wölfe ernsthaft zu verletzen, das hatte die stundenlange Jagd bewiesen.

Dann brach die Hölle über sie herein. Von überall stürzten sich die Wölfe, wie Todesengel, auf ihre Opfer. Todesschreie vermischten sich mit dem Heulen der Wölfe. Das unschuldige Weiß des Neuschnees wich dem kräftigen Rot des Blutes. Es wirkte, als würde der Schnee schmelzen und einen See aus Blut hervorbringen.

***

Der verletzte Wolf hatte nicht mal mehr die Kraft sich auf den Beinen zu halten und sank im Schutz seiner Brüder nieder. Er vernahm gerade noch einen Befehl des Leitwolfes: >>Überlasst den Magier mir, den Rest bestraft für ihre Frevel!<<

Dann wurde es dunkel um ihn herum, aber er wusste, dass er gerettet war...

... to be continued

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2

Tuesday, April 3rd 2012, 9:37am

***Platzhalter***

3

Sunday, September 20th 2015, 3:24am

[Nach 3,5 Jahren - wie die Zeit doch verfliegt - habe ich nun endlich eine Fortsetzung angefangen. Ich werde versuchen, sofern überhaupt gewillte Leser vorhanden sind, die nächsten Abschnitte in kürzeren Intervallen folgen zu lassen. Da ich aber diese "Geschichten" "einfach so runter schreibe und danach nur einmal noch kurz etwas verfeinere, muss einiges zusammen kommen, bevor ich etwas zustande bringe, was ich auch "veröffentlichen" würde. Nun aber viel Spaß beim 2. Teil von "Die Legenden des Schnees"]

Teil 2

Langsam aber sicher gab die Dunkelheit ihre Vorherrschaft in seinem Kopf auf. Behutsam lies der alte Wolf seine Sinne die Umgebung erkunden, ohne die Augen zu öffnen oder gar seine Atmung zu verändern. Er konnte unmöglich sagen, wie lange er bewusstlos gewesen war. Den Vorteil eines Überraschungsangriffes wollte er nicht leichtfertig aufgeben und so ertrug er die Sekunden der Ungewissheit, die ihm wie eine kleine Ewigkeit vorkamen.

Doch dann nahm er die vertrauten Gerüchte der Höhle wahr, wo die Wölfe ab und an ihre wenigen schweren Verletzungen regenerierten. Irgendwo knapp außerhalb des Unterschlupfs musste ein Lagerfeuer brennen, dessen wärmende Ausläufer ihn langsam erreichten. Das stetige Tropfen im hinteren Teil der Höhle, wo eine kleine Wasserstelle lag. Allerdings überdeckte der Gestank von Heil-Kräutern und sonstigen Tinkturen fast komplett den sonst so präsenten Geruch des Rudels.

>> Du bist ja endlich wach! Wurde auch langsam Zeit... macht wohl das Alter. << ertönte plötzlich eine weibliche menschliche Stimme direkt neben ihm.

Wie hat sie das bemerkt? Der Wolf öffnete nun auch seine Augen, er kannte die Stimme zwar, war dennoch verwirrt, da er sie weder gerochen noch ihre Anwesenheit „gespürt“ hatte. Er bewegte sich etwas, um sie in sein Blickfeld zu bekommen und bereute augenblicklich diese Entscheidung. Obwohl die Schmerzen nicht so schlimm wie auf der Jagd waren, durchzuckten kleine Nadelstiche seinen ganzen Körper und ihm wurde leicht schwarz vor Augen. Ich werde wohl wirklich zu alt für solche Strapazen. Ein Blick auf seinen Körper bestätigte diese Vermutung. Verbände an zahlreichen Stellen, wo vor einiger Zeit noch die Bolzen der Banditen steckten. Schlimmer waren aber diese stinkenden Kräuter und Öle, die überall auf seinem Körper klebten und sein schönes mittlerweile leicht angegrautes Fell ruinierten.

Gerade als er seine Aufmerksamkeit von seinem geschundenen Körper auf die Heilerin - die in ihrer menschlichen Form neben ihm saß - richtete, um ihr mental ein „Danke“ zu schicken, kam der nächste Schock: Er war wie geknebelt, seine normalen Sinne funktionierten zwar immer noch besser als bei einem normalen Wolf und natürlich 1000mal besser als bei einem Menschen, aber … und das war ein großes ABER, er fühlte sich mental wie ein frisch geborener Welpe. Er strengte sich soweit an, wie es seine Verletzungen zuließen, doch es fühlte sich an als wäre er gefesselt, mit einem dunklen Sack über dem Kopf, unter Wasser gefangen.

Panik stieg langsam in ihm auf. Was bei den Ahnen war das? Was hatte dieser Banditen-Anführer mit ihm gemacht? Plötzlich tauchte das Gesicht des Magiers vor seinem inneren Auge auf: Es ist noch nicht zu Ende! Der alte Wolf schüttelte sich und stöhnte dann ob der Schmerzen, die ihn erneut heimsuchten.

>> Kämpfe nicht dagegen an! Beruhige dich! Wir mussten dich... ruhig stellen.<< ertönte die Stimme wieder und ihre Berührung zog eine Welle der Wärme nach sich und die Schmerzen waren nicht mehr als ein Summen im Hintergrund. >> Benutze die normale Stimme du alter Köter!<< fügte sie hinzu.

>> Danke... du … << er testete vorsichtig seine Stimme.

Nur selten nutzten die Prime-Wölfe diese Art der Kommunikation. Untereinander konnten sie ihre Gedanken teilen und dadurch blitzschnell eine Diskussion führen, die mit der menschlichen Art zu Reden ungleich länger gedauert hätte. Dieses langsame behäbige Sprechen nutzten sie dagegen in ihrer menschlichen Form, wenn sie mit anderen redeten. Nun in Wolfsform eine Mischung aus Knurren und menschlichen Lauten von sich zugeben, war nur in seltenen Fällen notwendig.

>> … du nerviges Waschweib << Er konnte sich den Zusatz nicht verkneifen, selbst wenn es ihn umgebracht hätte.

Es war eine Art Ritual zwischen ihnen, wenn sie sich lange nicht mehr gesehen hatten und das letzte Mal, dass sie ihre Fähigkeiten dem Rudel zur Verfügung gestellt hatte, war sehr lange her. Sie war einmal ein aktives Mitglied des Rudels, setzte sich aber vor einigen Jahren zur Ruhe und gründete eine eigene „Familie“. Wie er dieses Wort der Menschen verabscheute. Es sagte so wenig aus, für so etwas Wichtiges. Dennoch hatte das Rudel damals ihre Entscheidung respektiert. Wohl auch weil sie ihr gesamtes Wissen an ihre Nachfolgerin weitergegeben hatte. Im Gegenzug beschützte das Rudel nicht nur sie, sondern auch ihren Mann und seit 8 Jahren nun auch ihre Tochter. Es muss schlimm um mich gestanden haben, wenn sie hier ist.

Als hätte sie seine Gedanken gelesen, antwortete sie auf seinen besorgten Blick >> Leider waren die Gerüchte über deinen bevorstehenden Tod etwas übertrieben, allerdings wird es länger dauern, dein Fell vom Geruch meiner Tinkturen zu befreien << Sie konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Natürlich musste er froh sein, dass sie ihn wieder zusammengeflickt hatte, aber sie wusste, wie sehr er den Geruch dieser Heilsalben hasste.

>> Du hättest mich lieber sterben lassen sollen << er schnupperte an seinem Fell und leckte instinktiv an einer Stelle an der Schulter.

>> DAS hätte ich lieber nicht getan << sie stand rasch auf und holte eine Schüssel mit einer zähen Flüssigkeit aus dem hinteren Teil der Höhle. Gerade als er sich fragte, was sie meinte, fing seine Zunge plötzlich buchstäblich Feuer.

>> Trink das, sonst schmeckst du die nächsten Wochen nur noch Salbei und Vogelkot! Ich hole in der Zeit die anderen, sie haben sich doch etwas Sorgen gemacht << Sie stellte ihm die Schüssel direkt vor die Nase und verließ lachend die Höhle.

>> Vogel...? << Weiter kam er nicht, da das Brennen unerträglich wurde. Schnell begann er den Inhalt der Schüssel zu trinken, es fühlte sich an wie kalter flüssiger Kerzenwachs und schmeckte noch schlimmer, aber es half und das Brennen der Zunge hörte auf der Stelle auf. Irgendwann koche ich nochmal für sie und dann räche ich mich.

Er versuchte sich danach noch in eine etwas vorteilhaftere Position zu manövrieren, um nicht ganz wie ein gerupfter räudiger Hund auszusehen, als die beiden Welpen des Rudels in die Höhle stürmten, sich förmlich überschlugen und als ein einziges Fellknäuel gegen seine Rippen krachten. Nicht mein Tag. Das war der letzte Gedanke, bevor die Schmerzen ihn erneut kurz besinnungslos werden ließen.

... to be continued "soon"

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Délos

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Wednesday, February 17th 2016, 7:52am

+REP

Ich muss sage es ist Ausbaufähig aber mir sagt es zu =)

Pulmoll

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Wednesday, February 17th 2016, 12:53pm

Muss auch sagen, klingt nicht schlecht. hätt kein problem mehr davon zu lesen :D