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Friday, August 17th 2012, 12:47am

Rhynna zuckte erschrocken zusammen, als ihr jemand von hinten auf die Schulter tippte.
Langsam drehte sie sich um und blickte hoch. Sie sah sich einem Mann gegenüber, der vornehm ganz in gold und weiß gekleidet war und einen blütenweißen Umhang trug. Seine Maske war mit edlem Stoff überzogen, dessen goldene Farbe im Schein der Kerzen matt glänzte. Er hatte schulterlanges, rotbraunes Haar, das mit einem Band aus Samt zurück gebunden war.
Er verbeugte sich formvollendet und streckte ihr dann die rechte Hand entgegen. „Würdet Ihr mir die Ehre erweisen und mit mir tanzen?“ fragte er und obwohl seine Augen im Schatten seiner Maske lagen, war nicht zu übersehen, dass sein Blick mit glühender Intensität auf ihr ruhte. Ihr Herzschlag begann sich jäh zu beschleunigen und sie spürte wie eine feine Röte ihre Wangen überzog.
Etwas an ihm kam ihr seltsam bekannt vor, so als wäre sie ihm schon einmal begegnet, doch sie wüsste nicht wo. Auch seine Stimme hatten einen vertrauten Klang und war darüber hinaus sehr angenehm.
Neugierig betrachtete sie ihn durch die Schlitze der Maske hindurch. Konnte es sein, dass er ihr geheimnisvoller Bewunderer war? Zumindest sah er so aus, als verfügte er über die notwendigen finanziellen Mittel, um sich eine derart teure Robe leisten zu können.
Sie schaute den General und Iswan fragend an, wie um sie stumm um Erlaubnis zu bitten die Aufforderung zum Tanzen annehmen zu dürfen. Wahrscheinlich bekam sie deswegen nicht mit, wie der Fremde den beiden über ihre Schulter hinweg einen warnenden Blick zuwarf.
General Lances Lippen umspielte ein amüsiertes Lächeln. Er verschränkte die Arme und meinte: „Geht nur. Amüsiert Euch. Wir reden später weiter.“
Rhynna nickte ihm kurz zu, stellte ihr Glas beiseite und ergriff dann die Hand des Fremden. „Mit dem größten Vergnügen.“ beantwortete sie seine Frage und ließ sich von ihm auf die Tanzfläche führen.
Da sie die Augen nicht von ihm zu lösen vermochte, bekam sie nur am Rande mit, wie die Menge sich vor ihnen teilte, um sie durch zu lassen. Rings um sie herum wurde wieder hinter vorgehaltenen Fächern gewispert und getuschelt, doch es war ihr gleich. Was jetzt zählte war nur der Augenblick.
Auf der Tanzfläche angekommen, begann das Orchester einen langsamen Walzer zu spielen. Der Fremde umfing mit der freien Hand ihren Rücken und dort wo seine Finger ihre bloße Haut berührten verspürte sie sogleich ein angenehmes Prickeln. Er war ein ausgezeichneter Tänzer und führte sie sicheren Schrittes über das Parkett.
Rhynna war wie verzaubert und merkte schnell, dass es ihm nicht viel anders erging. Ihre Blick waren förmlich ineinander verschlungen und sie schwiegen einträchtig, um den magischen Moment zwischen ihnen nicht unbedacht zu zerstören.
Doch irgendwann obsiegte die Neugier auf die Identität des Mannes und sie brach das Schweigen. „Kann es sein, dass wir uns schon einmal begegnet sind?“ fragte sie gerade heraus.
Er schien einen Moment zu überlegen, ehe er antwortete. „Wünscht Ihr denn das es so wäre?“ fragte er sie neckend.
Rhynna musste lachen. „Das ist nicht fair. Damit seid Ihr meiner Frage geschickt ausgewichen.“
„So, wie Ihr nun der meinen.“ Er schenkte ihr ein verschmitztes Lächeln, dass sie jäh erwiderte.
„Ausgleichende Gerechtigkeit, Ihr versteht?“ Sie zwinkerte ihm zu.
„Natürlich.“
Einen Moment lang lächelten sie sich einfach nur an, ehe Rhynna den Blick senkte.
Sie genoss diese Neckereien sichtlich, genau wie das Gefühl in seinen Armen zu liegen und mit ihm über die Tanzfläche zu schweben. Da war unleugbar eine starke Anziehungskraft zwischen ihnen, der sie sich nicht zu entziehen vermochte.
Umso mehr verlangte sie es zu erfahren wer er war.
„Verratet Ihr mir wenigstens Euren Namen?“ Bittend sah sie ihn mit großen Augen an.
Sein Lächeln verschwand jäh und seine Miene wirkte beinahe schon abweisend. „Das kann ich nicht.“
„Wieso nicht?“
„Ihr wollt nicht wirklich wissen wer ich bin. Glaubt mir, es ist besser so.“
Zweifelnd blickte Rhynna ihn an. Sie verstand nicht warum er ihr seine Identität nicht enthüllen wollte. Was verheimlichte er nur?
Sie stieß einen kleinen Laut des Unmuts aus und zog einen Schmollmund. „Also schön, dann belassen wir es dabei. Wirklich schade, ich hätte dem Mann, der mir solch ein herrliches Geschenk gemacht hat, sehr gern einen Namen gegeben und ihm für seine großzügige Geste gedankt.“
„Es freut mich, dass Euch mein Präsent Freude bereitet. Ihr seht wunderschön darin aus. Einfach atemberaubend, um ehrlich zu sein.“ sagte er mit leiser Stimme und blickte sie derart verlangend an, dass ihr ganz anders zumute wurde. Ihre ganze Haut begann zu prickeln und ihre Atmung beschleunigte sich.
In diesem Moment verklang die Musik und sie blieben stehen, unfähig sich von der Stelle zu rühren.
Erst ein lautes Räuspern neben ihnen, holte sie in die Realität zurück. General Lance stand mit fragend hochgezogener Augenbraue da, den Blick wissend von einem zum anderen schweifen lassend.
Rhynnas Wangen brannten vor Verlegenheit. Wie hatte sie sich so von ihren Gefühlen mitreißen lassen können? Noch dazu in aller Öffentlichkeit?
Doch als sie die folgenden Worte des Generals vernahm, wäre sie am liebsten vor Scham im Erdboden versunken. „Eure Majestät, es wird Zeit mit der Zeremonie zu beginnen. Wie ich sehe habt Ihr Eure Bekanntschaft mit der neuen Zierde der Löwenherzgarde bereits vertieft.“ Er lächelte und auf Rhynna wirkte es wie der blanke Hohn.
Fassungslos starrte sie den maskierten Mann vor ihr an, dessen Gesicht bei General Lances Worten aschfahl geworden war.
Er war der König? Der Mann, der ihr ein solch kostbares Geschenk gemacht, mit dem sie vor aller Augen herum geschäkert und den sie wie irgend so eine dumme Gans gerade zu angehimmelt hatte, war seine Majestät, Callaway Kalume höchstpersönlich?
Bei Ayvenas! Sie hatte sich wie eine Närrin benommen! Was für eine Blamage! Wie hatte sie nur so dumm sein können?
„Bitte, Rhynna. Ich... ich kann es erklären...“ setzte der König an, doch sie wollte seine Worte nicht hören. Sie wollte nur noch fort, um sich weitere Peinlichkeiten zu ersparen.
Hastig riss sie sich von ihm los und flüchtete mit hochroten Wangen durch die Menge, halb blind von den Tränen, die in ihren Augen brannten.
Dummerweise übersah sie bei ihrer überstürzten Flucht eine dunkelhaarige Frau, die sich gerade ein Glas Perlwein von einem Tablett genommen hatte. Im Vorbeieilen rempelte sie die Unbekannte dermaßen ungeschickt an, dass diese den gesamten Inhalt ihres Kelches auf ihr Kleid verschüttete.
Rhynna war zu erschüttert von den vorangegangenen Ereignissen, so dass sie anstatt stehen zu bleiben und sich vernünftig zu entschuldigen, einfach weiter lief und lediglich ein kurzes „Verzeihung“ rief, um dann eilig durch die Flügeltüren zu verschwinden.
Hobbyschriftstellerin aus Leidenschaft


Rhynna ~ Magier/Priester/Kundschafter (50/35/32)

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Friday, August 17th 2012, 12:34pm

Emmy Nesrae starrte der Rothaarigen einen Moment lang hinterher, und blickte dann mit einem langgezogenen Seufzer hinab auf ihr durchnässtes Kleid. Der gesamte Rock des lilafarbenen Seidenstoffes wies unschöne Flecken auf und sie fürchtete, dass sich diese nicht einfach entfernen ließen.
Verärgert pustete sie sich eine Strähne ihres langen, blau-schwarzen Haares aus der Stirn, welches im Kerzenschein wie die Flügel eines Raben glänzten. Was musste diese Person aber auch so ungeschickt sein!
Als ihr jemand eine Stoffserviette unter die Nase hielt, wandte sie den Blick von der Katastrophe ab und schaute hoch in zwei belustigt funkelnde braune Augen.
„Hier, tupf es damit trocken,“ meinte der hochgewachsene Mann, der komplett in schwarz gewandet war liebenswürdig.
Emmy riss ihm die Serviette aus der Hand . „Als ob das viel bringen würde,“ murrte sie und begann wie wild auf den Flecken herum zu reiben ohne jedoch großartig etwas zu bewirken. Das einzige was sie erreichte war, dass sie den Perlwein tiefer in das Gewebe rieb. Schließlich gab sie den Versuch irgendetwas zu retten auf.
„Sieh dir das an, Seya! Mein schönes Kleid, es ist ruiniert!“ jammerte sie dann und seufzte einmal tief.
Der Schwarzhaarige lachte zur Antwort nur laut auf, was ihm einen zornigen Blick von Emmy einbrachte. Offenbar amüsierte er sich köstlich auf ihre Kosten.
„Das ist nicht witzig,“ meinte sie und funkelte ihn mit ihren violetten Augen an. „Dieses Kleid war noch ganz neu und hat mich eine Menge Gold gekostet.“
Seya Taronhe verdrehte die Augen. „Was gibst du auch so viel Gold für ein einzelnes Kleid aus? Selbst Schuld. Und überhaupt du hast noch dutzend andere in deinem Kleiderschrank hängen.“ Er zuckte mit den Achseln wie um zu betonen, dass es da auf ein Kleid mehr oder weniger auch nicht ankam.
„Ach, sei still,“ murmelte Emmy und legte nachdenklich die Stirn in Falten. „Lass uns lieber überlegen wie wir am besten die Bekanntschaft des Königs machen können, damit wir ihm unsere bezahlten Dienst anbieten können.“
Seya grinste. „Tja, ich würde sagen jetzt ist der denkbar ungünstigste Augenblick um dieses Vorhaben anzugehen. Er verlässt soeben den Saal“
Emmy schnaubte. „Was du nicht sagst! Danke für diesen Hinweis. Ohne dich wäre ich da nie drauf gekommen!“ Ihre Stimme troff förmlich vor Sarkasmus.
„Immer wieder gerne,“ erwiderte der Krieger neben ihr nonchalant und grinste sie unbeirrt an.
Innerlich stöhnte Emmy auf und verfluchte insgeheim das verdammte Los, dass ihr ausgerechnet Seya als Gefährten zugeteilt hatte.
Sie beide gehörten einer kleinen Gemeinschaft Abenteurer an und hatten schon viele Gefahren gemeinsam überstanden. Da sich die Lage in ihrer Heimat Kolydia seit Sirloths Tod und dem Zurückdrängen der Naga jedoch deutlich entspannt hatte, fanden sie nicht mehr genügend Aufträge um von ihrem Dasein als umher reisende Söldner leben zu können.
Also hatten Emmy und Seya, gemeinsam mit ihren vier Gefährten Kurt, Kandea, Issrak und Solitaire beschlossen den Gerüchten nachzugehen, welche besagten, dass das benachbarte Zandorya von Bösem heimgesucht wurde und der amtierende König Callaway Kalume jedwede Hilfe dankbar annehmen würde.
Sie hatten ihre gesamten Ersparnisse zusammengekratzt, mussten aber feststellen, dass sie nur genug Gold für zwei Überfahrten besaßen. Da sie sich nicht einig werden konnten, wer von ihnen vorausfahren und die Lage auskundschaften sollte, ließen sie das Los entscheiden. Und das hatte nun einmal Emmy und Seya erwählt.
Sie seufzte erneut und bedeutete ihrem Begleiter ihr zu folgen. „Lass uns gehen. Es hat nicht mehr viel Zweck hier zu verweilen, wenn der König eh gegangen ist. Ich bezweifle doch sehr, dass nach allem was sich soeben ereignet hat heute noch irgendeine Zeremonie stattfindet.“
Seyas Blick ruhte auf zwei maskierten Blondinen, die ganz in der Nähe standen und sich Luft mit ihren Fächern zu wedelten. Hin und wieder sahen sie zu ihm herüber und kicherten. Er schenkte ihnen sein charmantestes Lächeln und meinte zu Emmy: „Geh nur, ich denke, ich bleibe noch ein wenig hier und genieße die Aussicht.“
Die Magierin verdrehte genervt die Augen. Seya wusste genau, dass er sehr anziehend auf das andere Geschlecht wirkte und obwohl sein Herz einer anderen gehörte, sonnte er sich nur zu gerne in der Bewunderung weiblicher Wesen. Nun gut, sollte er doch.
Sie jedenfalls würde sich zurück in die Herberge begeben und zu Bett gehen, damit sie morgen früh erneut versuchen konnte eine Audienz beim König zu erwirken. Sie hatte auch schon eine Idee, wie sie dabei am besten vorgehen könnte.
Zufrieden mit sich selbst verließ sie den Ballsaal.

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Anmerkung:

Emmy und Seya existieren wirklich, gehören aber nicht mir, sondern wurden mir freundlicherweise von meinen beiden Gildies zur Verfügung gestellt.
Vielen Dank für die Erlaubnis eure Chars zu verwenden! Ich hoffe ihr seid euch im Klaren darüber, dass das erst der Anfang war ;)

P.S. Kurt, Issrak und Kandea, ihr drei taucht demnächst auch auf. Und nein, das ist keine Drohung, sondern ein Versprechen ;)

Liebe Grüße an alle Mitglieder von Blacksun und all meine treuen Leser! Ich freue mich sehr, dass ihr meine Version der Toni-Questreihe lest und hoffe euch gefällt die Geschichte bisher. Danke! Ihr seid die besten :)
Hobbyschriftstellerin aus Leidenschaft


Rhynna ~ Magier/Priester/Kundschafter (50/35/32)

43

Saturday, August 18th 2012, 1:07am

Soli <3 :)

44

Monday, August 20th 2012, 1:05pm

Rhynna hastete durch die endlos erscheinenden Gänge des Palastes von Dalanis. Sie hatte nicht die geringste Ahnung wo sie hin lief oder wo sie sich befand, doch es war ihr gleich. Im Moment wollte sie einfach nur fort. Fort von dem Mann, den sie faszinierender fand als jeden, den sie bisher gekannt, und wegen dem sie sich nun so entsetzlich blamiert hatte.
Sie schämte sich für ihr Verhalten und wusste nicht wie sie General Lance und Iswan Giant je wieder unter die Augen treten sollte. Auch wenn sie nicht geahnt hatte, dass seine Majestät Callaway Kalume höchstpersönlich vor ihr stand, entschuldigte das noch lange nicht die Tatsache, dass sie ihn in aller Öffentlichkeit angehimmelt hatte.
So etwas tat eine wohlerzogene Dame einfach nicht. Ihr Vater wäre maßlos entsetzt, wüsste er davon.
Wütend auf sich selbst blieb sie stehen und nahm die Maske ab. Nachdenklich betrachtete sie diese im Schein der Kerzen und fragte sich wieso der König ihr solch ein wertvolles Geschenk hatte zukommen lassen wo sie ihn doch überhaupt nicht kannte.
War das nicht reichlich merkwürdig? Sie war ihm nie zuvor begegnet, doch er schien sie offenbar zu kennen.
Nur woher?
Sie konnte sich einfach keinen Reim darauf machen.
Und doch musste es eine Erklärung dafür geben. Was übersah sie bloß?
Als sie plötzlich Schritte hinter sich vernahm, die sich rasch näherten, erschrak sie. In ihrem jetzigen aufgelösten Zustand wollte sie niemanden begegnen geschweige denn mit ihm sprechen. Eilig schlüpfte sie in den nächstbesten Raum und betete stumm, dass man sie nicht gesehen hatte.
Ihr Herz klopfte zum Zerspringen und setzte kurz aus, als die Schritte direkt vor der Tür verklangen.
Kurz darauf drehte sich der Knauf langsam und jemand betrat das schwach erleuchtete Zimmer.
Rhynna unterdrückte einen Fluch. Atemlos drückte sie sich enger an die Wand und versuchte mit den Schatten zu verschmelzen, um unentdeckt zu bleiben.
Vergebens.
&#8222;Hier seid Ihr,&#8220; erklang die leise Stimme des Königs. &#8222;Ich habe Euch schon überall gesucht.&#8220; Zögernd lächelte er sie an.
Rhynna verzog die Augen zu schmalen Schlitzen und funkelte ihn zornig an. &#8222;Und weshalb? Damit Ihr Euch weiterhin auf meine Kosten amüsieren könnt? Vielen Dank, ich verzichte!&#8220; zischte sie und wollte aufgebracht an ihm vorbei rauschen.
Doch das ließ er nicht zu. Er packte sie am Arm und hielt sie sanft aber bestimmt fest.
&#8222;Lasst mich auf der Stelle los!&#8220; herrschte sie ihn an und versuchte sich aus seinem eisernen Griff zu befreien. Ohne Erfolg.
Ruhig sah er sie an. &#8222;Nicht bevor Ihr mich angehört habt.&#8220;
&#8222;Spart Euch Eure Lügen! Ich bin nicht interessiert.!&#8220;
&#8222;Ich bitte Euch, gebt mir eine Chance alles zu erklären,&#8220; bat er eindringlich und suchte ihren Blick. &#8222;Es lag nicht in meiner Absicht Euch in irgendeiner Weise zu verletzen.&#8220;
Sie senkte die Lider und sah hinab auf den Saum ihres Kleides. &#8222;Und doch habt Ihr es getan.&#8220; Anklagend hob sie den Blick wieder und sah ihn mit dunkelgrünen Augen an, in denen sich ihr Schmerz spiegelte.
Er schluckte. &#8222;Bitte glaubt mir, dass es mir leid tut, dass es so weit gekommen ist. Ich... ich habe zu überstürzt gehandelt, weil ich Euch einfach wiedersehen musste. Ihr übt eine Faszination auf mich aus, die ich mir einfach nicht erklären kann...&#8220;
Ihre Augen weiteten sich vor Erstaunen bei diesen Worten. &#8222;Einen Augenblick, was genau meint Ihr damit? Ich habe Euch noch nie zuvor gesehen. Wie könnt Ihr mich da wieder sehen wollen?&#8220;
Erschrecken flackerte in seinen Augen auf, als ihm klar wurde, was er da soeben gesagt hatte. Eine ganze Weile schien er mit sich zu ringen, ehe er schicksalsergeben seufzte.
&#8222;Doch das habt Ihr. Seht selbst.&#8220; Und mit diesen Worten nahm er die goldene Maske ab und ihr stockte jäh der Atem, als sie ihn erkannte.
Vor ihr stand kein geringerer als der Vagabund Toni.
Hobbyschriftstellerin aus Leidenschaft


Rhynna ~ Magier/Priester/Kundschafter (50/35/32)

45

Sunday, September 30th 2012, 12:31pm

Es geht endlich weiter! :)
Tut mir leid, dass ihr so lange warten musstet, aber das RL fordert mich momentan sehr. Ich bemühe mich aber einigermaßen regelmäßig weiterzuschreiben.
Ganz liebe Grüße Eure Lillian

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Toni schluckte nervös, als er sah wie Erkennen in den grünen Tiefen ihrer Augen aufglomm. Fasziniert beobachtete er wie eine Vielzahl von Empfindungen im Bruchteil einer Sekunde über ihr Gesicht huschten: Überraschung, Verwirrung, Bestürzung, Wut.
&#8222;Ihr wart das neulich in der Kanalisation?&#8220; fragte sie und ihre Augen verzogen sich zu zwei schmalen Schlitzen, aus denen sie ihn unheilvoll an funkelte. Ihre Schultern bebten vor unterdrücktem Zorn und er verfluchte sich im Stillen dafür, dass er seinen Mund nicht hatte halten können. So hatte er ihr seine Identität gewiss nicht offenbaren wollen.
&#8222;Ich verstehe, dass Ihr wütend seid, aber...,&#8220; setzte er hastig zu einer Erklärung an, doch Rhynna fiel ihm rüde ins Wort.
&#8222;Ich kann nicht fassen, dass Ihr die Unverfrorenheit besitzt mir ins Gesicht zu lügen! Was nehmt Ihr Euch eigentlich heraus? Nur weil Ihr der König seid, gibt Euch das noch lange nicht das Recht Eure geschmacklosen Späße mit den Menschen zu treiben!&#8220; Sie riss sich los und funkelte ihn an. Wenn Blicke töten könnten, wäre er auf der Stelle tot umgefallen.
&#8222;Ihr missversteht das alles. Bitte, glaubt mir, ich habe meine Gründe mich inkognito unter das Volk zu mischen.&#8220; versuchte er sie zu beschwichtigen. Doch wie es aussah wollte sie ihn nicht anhören.
Ein Hauch Verbitterung schwang in ihrer Stimme mit, als sie weiter sprach. &#8222;Die da wären? Verzeiht, wenn ich das so offen äußere, aber ich denke Ihr solltet Euch lieber um die Belange Eurer Untertanen kümmern, anstatt Euch hinter einer anderen Identität zu verstecken. Ihr könntet so viel bewirken, wenn Ihr als König handeln würdet. Der Vagabund Toni hingegen bewirkt rein gar nichts.&#8220;
Sie warf ihm einen letzten wütenden Blick zu, ehe sie ihn einfach stehen ließ und den Raum verließ.
Toni war zu verblüfft über ihre Worte um sie aufzuhalten.
Sah sie denn nicht, dass es genau das war, was er als Toni zu erreichen suchte? Er musste zuerst zu sich selbst finden, bevor er der König werden konnte, den sein Volk verdiente.
Offenbar hatte sah sie das jedoch anders. Und da sie zu zornig war, würde sie ihm nicht zuhören, wenn er sich ihr zu erklären suchte.
Er seufzte resigniert und hob die edle Maske auf, die Rhynna hatte fallen lassen. Nachdenklich betrachtete er die feine Arbeit und fragte sich ob sie ihm je verzeihen konnte.
Im Nachhinein konnte er ihre Wut nur zu gut verstehen und er ärgerte sich, dass er dermaßen überstürzt gehandelt hatte. Aber als er sie in dem Abendkleid erblickt hatte, war es um ihn geschehen gewesen.
Noch nie zuvor hatte eine Frau solch intensive Empfindungen ausgelöst in ihm ausgelöst. Es war ihm unmöglich gewesen sie einfach nur aus der Ferne zu betrachten wie er es ursprünglich vorgehabt hatte. Deswegen hatte er ihre Nähe gesucht und die kurze Zeit mit ihr sichtlich genossen, fasziniert von ihrem Wesen und ihrem strahlenden Lächeln.
Bis General Lance den Zauber so rüde zerstört hatte.
Er seufzte erneut, als er an das maßlose Entsetzen in ihrem Gesicht dachte, als sie vernahm, dass sie die ganze Zeit unwissentlich mit dem König von Zandorya geflirtet hatte.
Hätte er ihr doch nur gesagt wer er war ehe der General dies so gefühllos getan hatte!
Noch während er sich zu seinen Gemächern begab, grübelte er darüber nach wie er sich bei ihr entschuldigen konnte. Würde sie ihm verzeihen?
Er hoffte es mehr als alles andere. Der Gedanke daran wie sehr er sie verletzt hatte, setzte ihm zu und bohrte sich wie ein spitzer Dolch in sein Herz.
Er schwor sich, dass er etwas derartiges nie wieder zu lassen würde.
Hobbyschriftstellerin aus Leidenschaft


Rhynna ~ Magier/Priester/Kundschafter (50/35/32)

46

Friday, October 12th 2012, 8:34pm

sehr gut geschrieben :oo:

Rismak

Professional

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47

Wednesday, January 2nd 2013, 10:06pm

Auf PN-Wunsch wieder geöffnet. Viel Spaß wünsche ich.

Liebe Grüße
-Rismak
>> Tickets werden nicht im Forum beantwortet! <<

Du bist mit einer Entscheidung von mir nicht zufrieden? Kontaktiere meinen Superior Rhakara.

48

Wednesday, January 2nd 2013, 10:19pm

@ Tobi: Vielen Dank!

@ Rismak: Danke für's wieder aufschließen :)

Ich hatte lange Zeit keine Zeit, um meine Geschichte fortzuführen, doch nun konnte ich wieder welche erübrigen und hoffe, dass es mir diesmal besser gelingt regelmäßig weiter zu schreiben. Viel Spaß beim mit Rhynna, Toni und Co!

Ganz liebe Grüße
Eure Lillian

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Der nächste Morgen barg das Versprechen eines wunderschönen Tages in sich. Die Sonne lachte von einem strahlend blauen Himmel und die Vögel zwitscherten ein munteres Lied.
Rhynna konnte diesem Morgen allerdings nicht besonders viel abgewinnen. Stöhnend drehte sie sich in ihrem Bett herum und presste sich das Kopfkissen auf die Ohren, als eine Taube direkt auf ihrem Fensterbrett ihr nervtötendes Gurren ertönen ließ.
Sie wollte noch nicht aufstehen und sich den Reaktionen auf ihr Verhalten am vergangenen Abend aussetzen. Die Scham und der Zorn über die Geschehnisse waren noch zu frisch.
Sie kniff die Augen fest zusammen und versuchte verzweifelt wieder einzuschlafen, doch als es lautstark an ihre Tür klopfte, konnte sie jegliche Hoffnung auf ein wenig mehr selige Vergessenheit im Reich der Träume endgültig begraben.
Rhynna fluchte unterdrückt und erhob sich hastig, um sich anzukleiden.
&#8222;Einen Augenblick noch!&#8220; rief sie gereizt, als der morgendliche Besucher ein weiteres Mal voller Ungeduld klopfte.
Während sie in eine burgunderfarbene Kurzrobe schlüpfte, fragte sie sich verärgert, wer bei Ayvenas nun schon wieder vor ihrer Tür stand.
Nur zu gerne hätte sie einmal morgens ihre Ruhe. Gerade am heutigen Tag hätte sie das bitter nötig gehabt, um sich für das was kommen möge zu wappnen. War das wirklich zu viel verlangt?
Sie seufzte einmal tief, ehe sie die Tür öffnete. Ihre Miene wurde jäh abweisend, als sie sich zwei Fremden gegenüber sah.
&#8222;Ja, bitte?&#8220; fragte sie gedehnt und musterte die beiden eingehend.
Die Frau besaß langes, schwarzes Haar, das wie die Schwingen eines Raben schimmerte. Sie hatte ungefähr Rhynnas Größe und ein hübsch anzusehendes Gesicht mit auffallenden violetten Augen.
Der Mann überragte seine Begleiterin um Haupteslänge. Er war breitschultrig, vollständig in schwarz gekleidet und strahlte die rohe Kraft eines Kriegers aus. Seine Mundwinkel umspielte ein ironisches Lächeln, als er sich lässig an den Türrahmen lehnend auf sie herab blickte.
&#8222;Verzeiht, wenn wir hier so früh am morgen unangemeldet vor Eurer Tür erscheinen, doch wir haben Euch ein Angebot zu unterbreiten, welches Ihr gewiss nicht abschlagen wollt,&#8220; sagte die Frau schließlich und ein listiges Funkeln trat in ihre violetten Augen, welches Rhynna gar nicht behagte.
Abweisend verschränkte sie die Arme vor der Brust. &#8222;Das sagt Ihr. Aber da ich noch nicht einmal weiß, wer Ihr beide seid, bin ich mir nicht sicher ob ich dieses Angebot überhaupt hören will.&#8220;
Die Frau besaß immerhin so viel Anstand um zu erröten. &#8222;Oh, Ihr habt recht. Das war sehr unhöflich von mir. Entschuldigt bitte. Mein Name ist Emmy Nesrae und dies ist Seya Taronhe.&#8220; Sie deutete auf den Krieger, der nun sichtlich amüsiert grinste.
Rhynna hatte das Gefühl, er mache sich über sie lustig, was nicht gerade dazu beitrug ihre Laune zu bessern. Missmutig funkelte sie ihn an.
Daraufhin wurde sein Grinsen noch breiter. &#8222;Da ist heute wohl jemand mit dem falschen Fuß zuerst aufgestanden,&#8220; stichelte er, woraufhin Emmy ein empörtes &#8222;Seya!&#8220; ertönen ließ.
Rhynna hatte nun endgültig genug. Mühsam ihren Zorn zügelnd, ergriff sie ihren Zweihandstab, verschloss ihre Zimmertür und zwängte sich ohne ein weiteres Wort an den beiden unliebsamen Besuchern vorbei.
Sollten sie und ihr ominöses Angebot doch bleiben wo der Pfeffer wuchs! Sie hatte wichtigeres zu tun, als sich verspotten zu lassen.


Emmy starrte ihr verblüfft hinterher, während Seya in lautes Gelächter ausbrach.
&#8222;Das ist nicht witzig, Seya!&#8220; giftete die Magierin ihn schließlich an. &#8222;Ayvenas sei dir gnädig, wenn sie jetzt nicht mehr mit uns zusammen arbeiten will, nur weil du sie unbedingt verhöhnen musstest!&#8220;
&#8222;Ach, komm schon, Emmy. Wenn sie nicht einmal ein bisschen Spaß versteht, dann weiß ich eh nicht ob ich überhaupt mit ihr zusammen arbeiten will.&#8220;
Für diese Worte erntete er lediglich einen finsteren Blick. &#8222;Vergiss nicht, wieso wir hier sind! Diese Frau ist vielleicht unsere einzige Chance an den König heranzukommen. Wir brauchen dringend Gold, damit die anderen nachkommen können.&#8220;
Seyas Grinsen wich jäh einer ernsten Miene. &#8222;Das ist mir bewusst. Sehr gut sogar. Aber findest du nicht auch, dass diese Rhynna Harrowington eine gewisse Ähnlichkeit mit jemanden aufweist, den wir sehr gut kennen und die ich liebend gerne necke?&#8220; Fragend blickte er seine Begleiterin an.
Diese erwiderte seinen Blick mit einem nachdenklichen Stirnrunzeln. Dann weiteten sich ihre Augen, als sie schließlich verstand worauf er hinaus wollte.
&#8222;Bei Ayvenas! Du hast Recht! Wieso ist mir das nicht früher aufgefallen? Sie und Soli könnten Schwestern sein!&#8220;
Emmy und Seya wandten zeitgleich die Köpfe und blickten beide in die Richtung, in die Rhynna verschwunden war.
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Rhynna ~ Magier/Priester/Kundschafter (50/35/32)

49

Thursday, January 3rd 2013, 11:00pm

Rhynna pustete sich verärgert eine vorwitzige Strähne ihres roten Haares aus der Stirn, während sie den Gang entlang stapfte.
Wieso um alles in der Welt traf sie immer wieder auf Menschen, die nichts Besseres zu tun hatten als sie aufzuziehen und sich auf ihre Kosten zu amüsieren?
Es war ihr gleich was diese beiden Personen nun über sie denken mochten, so lange sie ihr nicht mehr unter die Augen kamen. Solch eine Unverfrorenheit! Wenn sie ihr tatsächlich ein ernst gemeintes Angebot hätten unterbreiten wollen, hätten sie sie besser nicht auf diese Art und Weise behandelt.
Nach den Geschehnissen des vergangenen Abends konnte sie so etwas nun wirklich nicht gebrauchen! Sie hatte nicht die geringste Ahnung wie sie sich verhalten sollte, wenn sie jemand auf die unglückseligen Ereignisse, die sich auf dem Ball zugetragen hatten, ansprechen sollte. Sie wusste nur eines genau: dass sie sich allem stellen würde was da kommen möge, ganz gleich wie unangenehm es auch für sie sein mochte. Das schuldete sie ihrem Ehrgefühl.
Sie war dermaßen in ihren grimmigen Gedanken versunken, dass sie den Mann, welcher jäh ihren Weg kreuzte, schlicht übersah und direkt in ihn hineinlief.
Ihrer Kehle entrang sich ein leiser Laut des Schreckens und sie wäre beinahe durch die Wucht des Zusammenstoßes über ihre eigenen Füße gestolpert, wenn zwei starke Hände sie nicht daran gehindert hätten.
&#8222;Rhynna? Geht es Euch gut?&#8220;
Beim Klang dieser Stimme versteifte sie sich augenblicklich.
Oh nein! Warum in Ayvenas Namen musste sie ausgerechnet ihm in die Arme laufen?
Langsam hob sie den Blick und sah wie Callaway Kalume sie voller Sorge musterte. Sekundenlang sahen sie sich tief in die Augen, ihre Blicke förmlich ineinander verschlungen.
Dann senkte Rhynna hastig den Blick, ihre Wangen flammend rot. &#8222;Verzeiht bitte, Euer Majestät,&#8220; murmelte sie leise und machte sich von ihm los.
Sie war verlegen wegen ihres Verhaltens am gestrigen Abend. Wie sie mit ihm, dem König dieses Landes gesprochen hatte, war unverzeihlich. Ganz gleich wie sehr er sie hinters Licht geführt und verletzt haben mochte, das rechtfertigte nicht die Worte, die sie ihm im Zorn an den Kopf geworfen hatte.
Eilig wollte sie an ihm vorbei schlüpfen, doch das ließ er nicht zu. &#8222;Bitte, lauft nicht wieder vor mir davon,&#8220; bat er sie, während er sanft ihr Handgelenk umklammerte, um sie am Gehen zu hindern.
Rhynna biss sich nervös auf die Unterlippe und wagte nicht ihm in die Augen zu sehen. Ihre Wangen brannten immer noch vor Scham. Warum ließ er sie nicht einfach gehen und ersparte ihr weitere Peinlichkeiten?
&#8222;Seht mich an.&#8220; Seine Stimme war leise, bittend. In ihr schwang etwas mit, das sie einfach nicht ignorieren konnte.
Widerstrebend hob sie schließlich den Blick und war schockiert über die glühende Intensität, mit der er sie musterte.
Es war schon lange her, dass ein Mann sie derart angesehen hatte. So als wäre sie die einzige Frau auf der Welt, alles wonach er sich je gesehnt hatte, was er begehrte.
Nun, da sie jedoch wusste, wer er war, durfte sie nicht zulassen, dass aus der Anziehung, die zwischen ihnen herrschte, mehr wurde. Immerhin war er der König und sie lediglich eine Fremde aus einem anderen Land, die in seiner Garde diente und ihn um jeden Preis schützen sollte.
Zwischen ihnen konnte niemals etwas sein, egal wie sehr sie wünschte es wäre anders.
&#8222;Was wollt Ihr eigentlich von mir?&#8220; fragte sie, als die Stille unerträglich wurde, und ihre Worte klangen schärfer als ursprünglich beabsichtigt.
&#8222;Mit Euch reden.&#8220;
&#8222;Wir reden doch bereits. Also sagt, was Ihr zu sagen habt und lasst mich dann gehen.&#8220;
Ein leichtes Lächeln umspielte seine Mundwinkel. &#8222;Ihr seid wahrlich eine faszinierende Frau, wisst Ihr das? In einem Moment seid Ihr scheu wie ein Gulo, um mich im nächsten herausfordernd an zu funkeln.&#8220;
&#8222;Euer Majestät...&#8220;
&#8222;Toni,&#8220; unterbrach er sie.
Sie holte einmal tief Luft. &#8222;Also schön, dann eben Toni, wenn Ihr darauf besteht. Verratet mir doch einfach was Ihr von mir wollt.&#8220;
&#8222;Ist das nicht offensichtlich?&#8220; Langsam näherte er sich ihr und sie wich instinktiv Stück für Stück zurück, da sie ahnte was er vor hatte.
Irgendwann jedoch stieß sie mit dem Rücken gegen die Wand und war nun zwischen dieser und ihm gefangen.
&#8222;Nicht,&#8220; hauchte sie atemlos, als er den Kopf senkte, um sie zu küssen, unfähig ihr länger zu widerstehen.
Doch dazu kam es nicht.
Als sie hinter sich ein lautes Räuspern vernahmen, fuhren Rhynna und Toni erschrocken auseinander.
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Rhynna ~ Magier/Priester/Kundschafter (50/35/32)

50

Saturday, January 5th 2013, 4:00pm

Soooooliii meine liebste Geschichtenschreiberin... kom zurück!!!! :(

:)

Krieger 80 / Magier 80 / Priester 60

Wer im Sommer an den Winter denkt, der wahrscheinlich einen Quattro lenkt! <3


51

Sunday, January 6th 2013, 5:16pm

@ Issrak: Schön von dir zu hören! :)
Ich hab leider kaum noch Zeit, tut mir leid...

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Rhynna unterdrückte ein Stöhnen, als sie erkannte wer sie da unterbrochen hatte. Es waren die beiden Fremden, die sie vorhin beinahe zur Weißglut getrieben hatten.
Dieser Seya stand mit einem wissenden Grinsen im Gesicht da und betrachtete sie und den König mit einem seltsam berechnenden Funkeln in den Augen. Seine Begleiterin sah dagegen eher verlegen aus. Sie bemühte sich diese Verlegenheit zu überspielen, doch es gelang ihr nicht besonders gut.
Rhynna wagte einen verstohlenen Seitenblick auf Toni. Er wirkte verärgert und musterte die beiden Störenfriede mit hochgezogener Augenbraue, einen herablassenden Zug um den Mund.
In diesem Moment verkörperte er den arroganten Aristokraten dermaßen perfekt, dass Rhynna noch einmal ganz genau die gravierenden Unterschiede, welche zwischen ihnen herrschten, vor Augen geführt bekam. Zwischen ihnen konnte es nie etwas geben, das durfte sie nie vergessen. Sie lebten in verschiedenen Welten, die niemals zu einer werden würden.
Sie konnte froh sein, dass ihre beiden unliebsamen Besucher von vorhin Toni daran gehindert hatten ihr einen Kuss zu stehlen. Wer wusste schon wohin das Ganze sonst geführt hätte.
Es war besser nicht zu wissen wie sich seine Lippen auf den ihren anfühlten, wie es war, wenn ihr Atem sich mit dem seinem vermischte und ihre beiden Körper sich eng aneinander pressten...
Hastig verscheuchte sie diese verruchten Gedanken. Eine Affäre mit dem Herrscher dieses Landes, war das Letzte, was sie anstrebte. Männer bedeuteten nur Ärger, diese bittere Erkenntnis hatte sie bereits vor Jahren machen müssen.
Das beste wäre es, wenn sie sich zukünftig vom König fern hielt, damit es nie wieder zu so einer prekären Situation kommen konnte. Sie hatte Angst, dass sie eines Tages doch schwach werden würde und der starken Anziehung, die ohne jeden Zweifel zwischen ihnen herrschte, nachgeben würde. Dazu durfte sie es nicht kommen lassen. Unter keinen Umständen.
Doch warum tat der Gedanke daran dann in ihrem Herzen so weh?
Sie wurde jäh aus ihren Gedanken gerissen, als Toni das Wort an die beiden Fremden richtete.
&#8222;Wer seid Ihr?&#8220; Seine Stimme drückte genauso viel Arroganz aus wie seine Körperhaltung.
Den Mann namens Seya schien dieser Tonfall zu ärgern. Er setzte zu einer schneidenden Antwort an, kam aber nicht dazu die Worte auszusprechen, da Emmy ihm eilig ihren Ellbogen in die Seite rammte, woraufhin ihm nur ein &#8222;Uff!&#8220; entfuhr.
&#8222;Euer Majestät,&#8220; sagte sie dann respektvoll und machte einen formvollendeten Knicks, um ihre Ehrerbietung auszudrücken. &#8222;Gestattet, das ich mich und meinen Begleiter vorstelle. Mein Name ist Emmy Nesrae und das ist Seya Taronhe. Wir kommen aus dem weit entfernten Kolydia und sind auf der Suche nach Arbeit.&#8220;
Rhynna horchte auf. &#8222;Kolydia?&#8220; fragte sie überrascht.
Emmy nickte. &#8222;Ja, wir haben die lange Reise von Varanas aus auf uns genommen, da wir gehört haben, dass das Böse über diesen Kontinent gekommen ist und der hiesige König jede Hilfe dankbar annimmt, um es zu bekämpfen.&#8220;
Nach Bestätigung heischend wanderte ihr Blick zu Toni, der nicht zu erkennen gab was er dachte.
&#8222;Das habt Ihr also gehört. So, so,&#8220; meinte er dann, sein Mund zu einer schmalen Linie zusammengepresst. &#8222;Und ich sage Euch nun, dass ich keine Hilfe von Söldnern wie Euch benötige. Ich bekomme die Probleme in meinem Land schon selbst in den Griff.&#8220;
Emmy zuckte bei diesen harsch gesprochenen Worten unwillkürlich zusammen und auch Rhynna konnte nicht fassen, dass Toni dermaßen ablehnend und unhöflich reagierte.
Doch bevor sie ihn dafür zurecht weisen konnte, kam Seya ihr zuvor.
Unterdrückte Wut funkelte in seinen sonst so schelmisch blickenden Augen, als er sich bedrohlich vor dem König aufbaute. &#8222;Ihr solltet gut gemeinte Hilfe nicht abweisen, wenn sie Euch großmütig angeboten wird, Euer Majestät!&#8220; Die letzten beiden Worte spie er förmlich aus, so dass sie mehr einer groben Beleidigung glichen denn einer förmlichen Anrede.
Dann schlich sich ein listiges Funkeln in seine Augen und ein zweideutiges Grinsen breitete sich um seine Mundwinkel aus. &#8222;Schon gar nicht, wenn Ihr nicht wollt, dass Euer Stelldichein mit einer Rekrutin an die Öffentlichkeit gerät,&#8220; fügte er selbstzufrieden hinzu.
Rhynna schnappte empört nach Luft. Ihre Wangen färbten sich augenblicklich rot. Wie konnte dieser unverschämte Kerl es wagen derartige Dinge zu behaupten!
Auch Emmy war entsetzt. &#8222;Seya!&#8220; keuchte sie.
Tonis herablassende Arroganz wich maßlosem Zorn bei dieser Unterstellung. &#8222;Versucht Ihr etwa mich zu erpressen?&#8220; zischte er drohend, seine goldbraunen Augen zu schmalen Schlitzen zusammengezogen.
Seya betrachtete augenscheinlich gelangweilt seine Fingernägel, Emmys zornige Blicke ignorierend. &#8222;Was sollen wir denn sonst denken, nach allem was gestern Abend und gerade eben vor unseren Augen vorgefallen ist? Ich gebe lediglich das wieder, was ich meine gesehen zu haben.&#8220; entgegnete er nonchalant.
Nun mischte Rhynna sich ein, unfähig diese Unverschämtheiten länger stillschweigend hinzunehmen.
&#8222;Das ist versuchte Erpressung und das wisst Ihr ganz genau!&#8220; empörte sie sich und stemmte die Arme in die Hüften. &#8222;Zwischen dem König und mir ist rein gar nichts geschehen und das wird es auch nie! Also hört augenblicklich auf diese Lügengeschichten zu ersinnen, sonst sorge ich höchstpersönlich dafür, dass man Euch in den Kerker wirft und den Schlüssel wegwirft!&#8220;
Sie redete sich derart in Rage, dass sie den verletzten Blick nicht bemerkte, den Toni ihr bei diesen Worten zuwarf. Der Schmerz über ihre direkt ausgesprochene Ablehnung spiegelte sich einen Moment lang deutlich in seinem Gesicht, ehe sich seine Miene verschloss.
Erst jetzt merkte Rhynna was sie da gerade gesagt hatte und das Blut wich aus ihren Wangen. &#8222;Ich... es tut mir leid, ich...&#8220; stammelte sie, doch der König brachte sie mit einer energischen Handbewegung zum Schweigen.
&#8222;Ihr habt Euch klar genug ausgedrückt. Sorgt Euch nicht, ich werde Euch gewiss nicht mehr belästigen.&#8220;
Rhynna biss sich auf die Unterlippe, als sie die Verbitterung bemerkte, mit der er sprach. Sie hatte ihn nicht kränken wollen. Ganz gewiss nicht.
Aber sie musste nun einmal realistisch bleiben und durfte ihre eigenen Wünsche nicht über seine Verpflichtungen stellen. Das wäre fatal und würde sie beide auf Dauer nur unglücklich machen.
Sah er das denn nicht?
Oder wollte er es einfach nur nicht sehen?
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Rhynna ~ Magier/Priester/Kundschafter (50/35/32)

52

Tuesday, January 8th 2013, 10:52pm

&#8222;Toni,...&#8220; setzte Rhynna an, um ihre achtlos gesprochenen Worte abzumildern und sich zu entschuldigen, doch er unterbrach sie mit einer gebieterischen Geste.
&#8222;Für Euch immer noch Eure Majestät!&#8220; herrschte er sie rüde an.
Rhynna wich unwillkürlich zurück, so als hätte er sie geschlagen. Mit riesengroßen grünen Augen starrte sie ihn an, fassungslos über die plötzliche Kälte, die sie in den seinen las.
Eine Welle des Schmerzes umspülte sie, als sie begriff wie sehr sie ihn wirklich verletzt hatte. Ihr Herz krampfte sich zusammen und sie musste blinzeln, weil ihre Augen sich mit einem Mal so feucht anfühlten.
>Reiß dich zusammen!< ermahnte sie sich im Stillen und atmete tief durch.
Sie straffte sich und setzte eine gleichgültige Miene auf, obwohl sie liebend gerne in Tränen ausgebrochen wäre. Warum sie dieses Bedürfnis verspürte, darüber wollte sie im Moment lieber nicht nachdenken.
Der König wandte sich unterdessen an Seya und Emmy. &#8222;Und was euch beide angeht, ihr wollt mir helfen gegen das Böse in Zandorya vorzugehen? Nun gut, wenn ihr es so wünscht.&#8220;
Sein Blick wanderte wieder zu Rhynna und einen kurzen Moment lang sah sie wieder etwas von der leidenschaftlichen Glut, mit der er sie vorhin betrachtet hatte, in seinen Augen aufflackern. Doch genauso schnell wie dieser Funke aufglomm, erlosch er auch wieder.
&#8222;Rhynna Harrowington, hiermit erhebe ich Euch in den Rang eines Schildknappen,&#8220; sagte er schließlich kühl. &#8222;Ich unterstelle diese beiden Söldner, die mir, dem König von Zandorya, so bereitwillig ihre Hilfe angeboten haben, Eurem Befehl.&#8220;
Seya wollte jäh dagegen aufbegehren, doch Emmy rammte ihm erneut ihren Ellbogen in die Seite und funkelte ihn warnend an, woraufhin er mürrisch drein blickend schwieg.
&#8222;Habt Dank, Euer Majestät,&#8220; murmelte Rhynna, senkte den Blick und verneigte sich.


Toni starrte auf ihren roten Haarschopf, als sie sich vor ihm verbeugte. Als sie den Kopf hob, trafen sich ihre Blicke einen Moment lang.
Ihre Augen wirkten unnatürlich groß und er meinte in ihnen ein Echo des Schmerzes, den er ob ihrer so offen geäußerten Ablehnung verspürte, zu erkennen. Doch wahrscheinlich bildete er sich das lediglich ein, weil er sich verzweifelt wünschte, dass sie sich trotz ihrer Worte etwas aus ihm machte.
Er verstand einfach nicht, warum sie gegen die magische Anziehung, die zwischen ihnen herrschte, ankämpfte und das machte ihn wütend.
Seitdem sie wusste, dass der Vagabund Toni und Callaway Kalume ein und dieselbe Person waren, hatte sich ihr Verhalten geändert. Ihre anfängliche Wut war verschwunden und an deren Stelle war das getreten, was er über die Maßen verabscheute: Förmlichkeit und Zurückhaltung.
Und durch sein kindisches Bestehen auf seinen Titel, geboren aus gekränkter Eitelkeit, hatte er alles nur noch schlimmer gemacht. Er allein trug die Schuld daran, dass sie sich ihm gegenüber nun korrekter denn je benahm.
Er unterdrückte ein Stöhnen und wahrte somit zumindest nach außen hin seine königliche Würde. Innerlich fühlte er sich wie ein Narr.
Rhynna betrachtete ihn mit ihren betörenden Augen, so als würde sie auf weitere Instruktionen warten. Da fiel ihm wieder ein, dass Kai Kaiyinth, ihr ehemaliger Mentor, gestern Nacht von seiner Mission in Shador zurückkehrt war.
John Hoffmann und er sollten sich der mysteriösen Soldaten in Avano annehmen, aber nun erschien es ihm sinnvoller, wenn Ser Kai sich gemeinsam mit Rhynna und den beiden Söldnern darum kümmerte.
So gab er ihr Gelegenheit Zeit mit ihrem hoch geschätzen Lehrer zu verbringen und Seya Taronhe und Emmy Nesrae erhielten eine Chance die Aufrichtigkeit ihres Hilfeangebotes unter Beweis zu stellen.
Und so schwer es ihm auch fiel sie für eine Weile fortzuschicken, vielleicht war es das Beste so, damit er sich und seine Gefühle wieder unter Kontrolle bekommen konnte.
Ohne weiter darüber nachzudenken informierte er die drei über ihre erste gemeinsame Mission, ehe er sich abwandte und ohne einen Blick zurückzuwerfen davon eilte.
Das Rhynna ihm wehmütig hinterher schaute, entging ihm so völlig.
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Rhynna ~ Magier/Priester/Kundschafter (50/35/32)

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53

Monday, January 14th 2013, 1:07am

huhu soli, echt schön mal wieder was von dir zu hören/lesen :)
dürfte ich vielleicht eine bitte an dich richten: leer mal bitte dein postfach^^
thx schonmal im vorraus ;)


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54

Monday, January 14th 2013, 10:40pm

@ Pen: Na du? Schön auch mal wieder was von dir zu hören! :)
Postfach ist wie gewünscht aufgeräumt und geleert worden ^^

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Sie machten sich am nächsten Tag kurz vor Sonnenaufgang auf den Weg nach Avano. Ser Kai hatte darauf bestanden, dass sie Pferde nahmen, weil es so der Etikette entsprach. Rhynna hingegen wäre lieber zu Fuß gegangen, beugte sich aber dem Wunsch ihres Mentors.
Nun saß sie auf einer hübschen Fuchsstute und ritt schweigend neben Ser Kai her, der seinen dunklen Wallach neben ihrem Pferd hielt. Emmy und Seya folgten mit etwas Abstand, worüber Rhynna froh war. Momentan verspürte sie nicht das Bedürfnis mit den beiden Menschen zu reden, die Zeuge ihrer Erniedrigung vor dem König geworden waren.
Sie wusste, dass sie ihn zutiefst verletzt und er deswegen so mit ihr gesprochen hatte, und dennoch schmerzte es sie derart von ihm behandelt worden zu sein. Vergeblich versuchte sie sich einzureden, dass es so besser war, dass sie die richtige Entscheidung getroffen hatte. Es war besser den auflodernden Funken zwischen ihnen gleich zu ersticken, bevor er ihnen nichts als Leid und Schmerz bringen würde. Das sagte sie sich immer wieder und trotzdem war ihr Herz voll Kummer.
Wie eine Närrin hatte sie vergangene Nacht wach im Bett gelegen und an den Mann denken müssen, den sie niemals haben konnte. Wenn er doch wirklich nur Toni, der Vagabund gewesen wäre und nicht Callaway Kalume, Herrscher von Zandorya...
Sie seufzte tief, was ihr einen prüfenden Seitenblick von Ser Kai einbrachte.
&#8222;Ihr seid heute morgen so schweigsam, meine Liebe, ist Euch nicht wohl?&#8220; fragte er einfühlsam.
Rhynna zuckte bei seinen Worten leicht zusammen. Sie hatte ganz vergessen wie feinfühlig Ser Kai war. Natürlich fiel ihm auf, dass es ihr nicht gut ging.
&#8222;Ich habe nicht besonders gut geschlafen vergangene Nacht,&#8220; murmelte sie ausweichend und hoffte er würde es dabei belassen.
Erneut musterte er sie eingehend, schwieg jedoch. Er hatte verstanden, dass sie im Augenblick nicht näher auf das Thema eingehen wollte.
Eine ganze Weile ritten sie ohne ein weiteres Wort zu wechseln weiter. Mittlerweile war der Tag vollends angebrochen, die Vögel sangen aus voller Kehle und die Sonne sandte ihre wärmenden Strahlen auf das satte Grün der umliegenden Wiesen und Felder.
Sie kamen an wilden Boshis vorbei, großen friedfertigen Tieren mit dichtem Fell, die bedächtig die Triebe junger Pflanzen und Gräser kauten und hin und wieder träge mit ihrem Schweif wedelten um lästige Insekten zu verscheuchen. Vereinzelt sahen sie von Weitem sogar die hundeähnlichen Chupuras, doch diese in freier Wildbahn sonst eher aggressiven Tiere waren so klug sich den vier bewaffneten Reitern nicht weiter zu nähern.
Um die zehnte Stunde erreichten sie schließlich eine Brücke, die über den Listana Fluss führte, der sich einem schimmernden Band gleich durch die gesamten Donnerhufhügel wand.
Mit klappernden Hufen überquerten die vier Pferde die stabile Holzbrücke.
Sie waren ihrem Ziel nun bereits sehr nahe. In der Ferne konnte man schon die dunklen Mauern von Avano wenig einladend auf einem Hügel thronend ausmachen.
Rhynna überkam ein ungutes Gefühl, das sich verstärkte je näher sie dem Dorf kamen. Irgendetwas stimmte hier nicht. Eine sonderbare Aura umgab diesen Ort und sorgte dafür, dass sich ihr die Härchen im Nacken aufstellten. Sie fröstelte.
&#8222;Das gefällt mir nicht,&#8220; erklang da Seyas dunkle Stimme neben ihr und damit sprach er genau das aus, was sie dachte.
&#8222;Irgendetwas hier ist... merkwürdig,&#8220; stimmte Rhynna zu, als sie sich nun langsam dem offenen Tor näherten.
Es war einfach zu ruhig. Wo waren die Bewohner, die ihren täglichen Arbeiten nachgingen? Wo die Kinder, welche draußen herumtollen sollten?
Man hörte nicht einmal einen Hund bellen oder ein Huhn gackern. Nichts deutete daraufhin, dass sich ein lebendes Wesen in Avano aufhielt.
Plötzlich löste sich ein kleiner Schatten aus einem Busch ganz in der Nähe und ein Junge mit schmutzigen Gesicht trat vor ihnen auf den Weg.
Rhynnas Stute scheute nervös und nur mit Mühe gelang es ihr das verängstigte Tier wieder unter Kontrolle zu bekommen. Beruhigend tätschelte sie den Hals der Fuchsstute, während sie den Jungen vor ihnen näher musterte.
Sie war entsetzt, als sie den Hass in seinen Augen lodern sah. Und dann tat er etwas, womit sie niemals gerechnet hätte. Er warf einen großen Stein nach Ser Kai, der dessen Kopf nur knapp verfehlte und harmlos hinter dem überraschten Ausbilder der Löwenherzgarde im Gras landete.
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Rhynna ~ Magier/Priester/Kundschafter (50/35/32)

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Tuesday, January 15th 2013, 9:25am

Einen Moment lang verharrten alle regungslos an Ort und Stelle und starrten schockiert auf das Kind vor ihnen, das hasserfüllt zurück starrte.
Seya war der Erste, der sich aus seiner Erstarrung löste. Wutentbrannt sprang er vom Pferd und zog sein Schwert. &#8222;Wie kannst du es wagen, du kleiner Lump!&#8220; brüllte er und näherte sich dem Jungen bedrohlich.
Angst flackerte in dessen Augen auf und er wich furchtsam ein paar Schritte vor dem ganz in schwarz gewandeten Krieger zurück.
Emmy und Rhynna glitten fast zeitgleich von ihren Pferden und stellten sich hastig zwischen Seya und den Jungen.
&#8222;Seya! Er ist noch ein Kind!&#8220; ermahnte Emmy ihren Gefährten eindringlich, doch der schnaubte nur abfällig.
&#8222;Diesem Kind sollte jemand einmal Verstand einprügeln!&#8220;
Rhynna konnte Seyas Zorn durchaus nachvollziehen, denn auch sie konnte es nicht gutheißen, was der Junge getan hatte. Und dennoch rechtfertigte sein Verhalten nicht dieses aggressive Vorgehen durch den hochgewachsenen Krieger.
&#8222;Steckt auf der Stelle das Schwert weg!&#8220; befahl sie streng und funkelte Seya herausfordernd an.
Dieser erwiderte ihren Blick mit zusammengekniffenen Augen. &#8222;Sonst was?&#8220; höhnte er respektlos.
Rhynna wollte gerade zu einer schneidenden Antwort ansetzen, als eine Frau wie aus dem Nichts auftauchte und sich schützend vor den Jungen warf. &#8222;Alian! Nein!&#8220; schrie sie und klammerte sich wie eine Ertrinkende an den schmächtigen Körper. &#8222;Bitte, tut ihm nicht weh,&#8220; flehte sie mit Tränen in den Augen und blickte Rhynna beschwörend an.
Seya ließ einen Laut der Verachtung erklingen, steckte aber endlich seine Waffe weg.
Kaum sah er sich nicht mehr unmittelbar bedroht, wurde der Junge wieder mutiger. Er straffte sich und meinte mit seiner klaren Kinderstimme. &#8222;Ich habe keine Angst vor denen! Es ist alles ihre Schuld!&#8220; Anklagend zeigte er mit dem Finger auf Ser Kai, der die ganze Szene verstört mitangesehen hatte. &#8222;Verfluchte Löwenherzgarde!&#8220;
Die Frau, offenbar seine Mutter, ergriff ihn hastig an der Hand und zog ihn mit sich ins Dorf. &#8222;Sag kein Wort mehr, Alian. Lass uns gehen, bevor du sie noch mehr verärgerst.&#8220;
Alian warf ihnen noch einen letzten grimmigen Blick zu, ehe er sich widerstrebend dem Willen seiner Mutter fügte.
Einen Moment lang sagte keiner der vier etwas.
Dann flüsterte Emmy bedrückt: &#8222;Was bringt ein kleines Kind dazu derart viel Hass in sich zu tragen?&#8220;
Ser Kai seufzte einmal schwer und fuhr sich durch seine silbernen Haare. &#8222;Wenn ich das nur wüsste,&#8220; murmelte er und schwang sich vom Rücken seines Wallachs. &#8222;Wirklich, ich kann mir nicht erklären, wieso dieser Junge für die Löwenherzgarde so viel Verachtung empfindet. Irgendetwas muss vorgefallen sein, dass diesen Groll verursacht hat. Wir müssen unter allen Umständen herausfinden was das war und die Sache richtig stellen.&#8220;
Rhynna nickte zustimmend. &#8222;Nur die Bewohner von Avano können uns näher Auskunft darüber geben. Ich werde sie fragen was sie so denken lässt.&#8220;
Ser Kai bedachte sie mit einem dankbaren Blick. &#8222;Das weiß ich zu schätzen, meine Liebe. Habt Dank.&#8220;
Rhynna schenkte ihm ein ermutigendes Lächeln. &#8222;Sorgt Euch nicht, ich finde heraus was vorgefallen ist. Bleibt Ihr unterdessen mit Seya bei den Pferden und ruht Euch aus. Emmy und ich gehen gemeinsam ins Dorf.&#8220;
Seya baute sich wütend vor ihr auf. &#8222;Ich werde Euch begleiten!&#8220; herrschte er sie an. &#8222;Auf keinen Fall könnt ihr zwei euch da allein hinein wagen.&#8220;
Rhynna musterte ihn kühl, wenig beeindruckt von seinem aufbrausenden Wesen. &#8222;Das werdet Ihr nicht. Ihr seid wie ein brodelnder Vulkan, der jederzeit ausbrechen kann. Solange Ihr nicht gelernt habt, Euch und Euer Temperament zu zügeln, werde ich Euch nicht gestatten mich in einer derart heiklen Situation, die einiges an diplomatischen Geschick erfordert, zu begleiten. Darüber hinaus sind wir beide keine hilflosen, schwachen Geschöpfe, sondern wissen uns durchaus zu wehren wie ihr wissen solltet. Euer Schutz ist demnach überflüssig.&#8220;
Emmy grinste bei diesen Worten schadenfroh, was ihr einen wütenden Blick von ihrem Reisegefährten einbrachte. &#8222;Du musst zugeben, Seya, da hat sie recht. Also sei ein braver Junge und hüte die Pferde bis wir wieder da sind!&#8220;
&#8222;Das werdet ihr mir noch büßen,&#8220; murrte der Krieger und sah den beiden Frauen missmutig hinterher, als sie durch die Tore das Dorf Avano betraten.
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Tuesday, January 15th 2013, 11:27pm

Rhynna und Emmy sahen sich aufmerksam um, während sie die ersten Hütten Avanos passierten. Das kleine Bergdorf, welches von einem hohen, düster wirkenden Turm aus Stein überragt wurde, machte einen sehr trostlosen Eindruck. Einige Hütten standen kurz vor dem Zerfall, einige andere waren eher notdürftig repariert worden. Egal wo man hinsah, überall zeigten sich Spuren der Verwahrlosung und Vernachlässigung.
Die wenigen Einwohner, welche ihnen begegneten hatten nur kalte Verachtung für sie übrig. Keiner war bereit mit ihnen zu reden und ließ sie einfach stehen, wenn sie es wagten sie anzusprechen.
&#8222;Was ist nur mit diesen Menschen los?&#8220; seufzte Emmy, als ein alter Mann ihnen einfach die Tür vor der Nase zuschlug.
Rhynna runzelte die Stirn. &#8222;Sie haben das Vertrauen verloren. Für sie sind wir unliebsame Fremde, denen sie nicht gewillt sind zu vertrauen.&#8220;
&#8222;Und wieso sollten wir das? Ihr seid doch alle gleich. Die Probleme von uns einfachen Menschen interessieren Euch einen feuchten Dreck, so lange es euch gut geht.&#8220;
Rhynna und Emmy fuhren herum und sahen sich einer abgemagerten Frau mittleren Alters gegenüber, die sie mit vorgerecktem Kinn verächtlich musterte.
&#8222;Was veranlasst Euch dazu so zu denken?&#8220; hakte Rhynna vorsichtig nach.
Die Augen der Frau verzogen sich zu schmalen Schlitzen. &#8222;Als ob Ihr das nicht genau wüsstet!&#8220; fauchte sie dann. &#8222;Ihr von der Löwenherzgarde seid Schuld daran, dass ich mein geliebtes Kind und meinen geliebten Ehemann verloren habe! Wegen Euch bin ich nun ganz allein, ich habe nichts mehr für das es sich zu leben lohnt, denn ihr habt mir alles genommen. Verflucht seid ihr!&#8220; Und mit diesen Worten spuckte sie Rhynna genau vor die Füße.
Diese war fassungslos über das Ausmaß der Verachtung und wusste nicht was sie erwidern sollte. Doch die Frau war noch nicht fertig damit ihrem Herzen Luft zu machen.
&#8222;Ihr von der Löwenherzgarde seid genau wie die Ritter aus Avano damals! Sie standen unter dem Kommando von Maxim Erekat III. und hätten uns eigentlich beschützen sollen. Doch das haben sie nicht getan! Im Gegenteil! In seinem Namen haben sie uns beraubt und ausgeplündert. Wer sich gewehrt hatte, wurde einfach niedergestreckt. Ohne Mitleid. Ohne Erbarmen. Dann seid ihr von der Löwenherzgarde gekommen und habt die Ritter und den grausamen Maxim Erekat vertrieben. Wir alle waren so unendlich dankbar und froh unter eurem Schutz zu stehen. Wir hätten nie gedacht, dass ihr uns so einfach verlassen und vergessen würdet, wie ihr es dann getan habt. So konnten die Banditen unser Dorf überfallen ohne Konsequenzen fürchten zu müssen, da ihr uns schutzlos zurückgelassen habt. Und nun sagt mir, wie genau unterscheidet sich das von der Tyrannei, die vorher in Avano herrschte?&#8220;
Sie warf den beiden überrumpelten Frauen einen letzten hasserfüllten Blick zu, ehe sie davon ging.
Rhynna schluckte und tauschte einen langen Blick mit Emmy. Beide waren erschüttert, über das was sie gehört hatten.
Wenn das wirklich zutraf, dann waren der Hass und die Verbitterung der Menschen hier nur zu gut verständlich. Doch wie kam es, dass Ser Kai davon nichts wusste? Er war ehrlich erschüttert gewesen und hatte sich die Attacke des Jungen nicht erklären können.
Unschlüssig setzten Rhynna und Emmy ihren Weg schließlich fort.
Sie gelangten zum Dorfplatz, auf dem ein Greis an einem großen Feuer saß und mit einem Stock in den Flammen herumstocherte.
&#8222;Tretet näher, meine Töchter,&#8220; sagte er ohne aufzublicken. &#8222;Ich werde euch helfen euch ein Bild von der gegenwärtigen Lage in Avano zu machen.&#8220;
Gehorsam traten die beiden Frauen zu dem alten Mann ans Feuer.
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Thursday, January 17th 2013, 10:02pm

&#8222;Setzt euch einen Moment zu mir,&#8220; bat der Greis Rhynna und Emmy und die beiden kamen der Aufforderung folgsam nach, gespannt darauf was er ihnen erzählten wollte.
Der alte Mann seufzte einmal schwer und legte dann den Stock beiseite, mit dem er das Feuer geschürt hatte. &#8222;Ihr dürft es dem jungen Alian nicht übel nehmen, dass er mit einem Stein nach dem Ritter der Löwenherzgarde in eurer Begleitung geworfen hat. Er weiß es einfach nicht besser. Er ist mit dem Hass auf die Löwenherzgarde aufgewachsen, so dass sie tief in ihm verwurzelt ist wie auch in dem Bewusstsein der meisten anderen Bewohner Avanos. Sie brauchen jemanden, dem sie die Schuld an dem ganzen Elend geben können, dem sie tagein tagaus ausgesetzt sind.&#8220;
Rhynna senkte schuldbewusst den Blick. &#8222;Ihr meint die Übergriffe der Banditen?&#8220; fragte sie leise.
Der Greis nickte mit ernster Miene. &#8222;Ganz recht. Ihr wisst sicherlich, dass uns unter der Herrschaft Maxim Erekats III. Großes Leid widerfahren ist. Er hat Avano mit eiserner Hand regiert und kannte keine Gnade den Schwächeren gegenüber. Es war eine unsagbare Erleichterung, als die Ritter der Löwenherzgarde seinerzeit im Auftrag des Königs kamen und ihn und seine unbarmherzigen Soldaten besiegt und vertrieben haben. Doch sie...&#8220; Er hielt inne und starrte sichtlich bewegt in die lodernden Flammen, unfähig weiter zu sprechen.
&#8222;Doch anstatt euch weiterhin Schutz und Unterstützung zu gewähren, verließen euch die Männer der Löwenherzgarde genauso schnell wieder wie sie gekommen waren.&#8220; griff Emmy die Worte der verbitterten Frau wieder auf und ergänzte so den Satz des alten Mannes.
Dieser schenkte ihr einen dankbaren Blick, ehe er fortfuhr. &#8222;So war es;&#8220; murmelte er düster. &#8222;Sie haben uns verlassen und vergessen. Wir blieben schutzlos zurück und stellten leichte Beute für das ganze verbrecherische Gesindel der Gegend dar. Jetzt sind wir in ihrer Hand. Sie überfallen uns immer wieder und nehmen uns alles. Wirklich alles. Selbst unsere Ernten sind vor ihnen nicht sicher. Nicht einmal Maxim Erekat war derart hartherzig und hat sich an unseren Ernten vergriffen, doch sie tun es. Kaltschnäuzig nehmen sie uns alles, was wir zum überleben brauchen und wir müssen deswegen elendig Hunger leiden.&#8220;
Beschwörend sah er die beiden Frauen vor sich an. &#8222;Vielleicht versteht ihr jetzt besser als zuvor, warum die Menschen hier all diesen Hass und diese Verbitterung gegen die Löwenherzgarde in sich tragen. Sie brauchen einen Sündenbock für die Entbehrungen und die Unterdrückung, unter der sie zu leiden haben, und durch ihr unerklärliches Verhalten hat sich die Löwenherzgarde zu eben so einem Sündenbock gemacht.&#8220;
Rhynna nickte nachdenklich. Sie konnte die Bewohner Avanos gut verstehen. Allein gelassen, ohne Aussicht auf Hilfe mussten sie Tag für Tag den habgierigen Banditen trotzen und konnten nichts tun, um zu verhindern, dass sie immer wieder aufs Neue bestohlen wurden, wenn sie nicht ihr Leben verlieren wollten.
Ein schreckliches Dasein, voller Angst, Entbehrungen und Zorn. Berechtigter Zorn, der sich gegen die Institution richtete, die sie eigentlich beschützen sollte, die Garde des Königs.
&#8222;Es tut mir unendlich leid,&#8220; sagte sie schließlich ehrlich betroffen. Emmy schwieg und blickte ins Feuer, doch auch ihr sah man deutlich an, dass das soeben Gehörte nicht spurlos an ihr vorbeiging.
Der Greis tätschelte sacht Rhynnas Hand. &#8222;Schon gut, meine Tochter. Nun seid ihr hier und ich hoffe, dass ihr etwas an den herrschenden Zuständen ändern könnt.&#8220;
&#8222;Das möchte ich wirklich.&#8220;
&#8222;Ich weiss. Ich sehe es in Euren Augen und das erfüllt mein altes Herz mit Freude.&#8220; Seine Lippen verformten sich zu einem leichten Lächeln, welches Rhynna zaghaft erwiderte.
&#8222;Lasst mich euch nun etwas verraten.&#8220; Der alte Mann beugte sich verschwörerisch vor und sah den beiden Frauen tief in die Augen. &#8222;Wusstet ihr, dass die Banditen hier eine Basis haben? Sie befindet sich in der verlassenen Mine am Berghang. Dorthin gelangt man, wenn man dem schmalen Bergpfad rechts von Avano folgt. Dort horten sie unsere Vorräte, die Feldfrüchte, in welche wir soviel Arbeit investiert haben, einfach alles was sie uns gestohlen haben.&#8220;
Entschlossenheit ergriff von Rhynna Besitz. Nun da sie wusste, wo die Banditen ihr Versteck hatten, war es ein leichtes gegen sie vorzugehen und die armen Menschen hier von ihnen zu befreien. Doch zuvor musste sie noch etwas anderes erledigen.
&#8222;Seid unbesorgt. Ich werde persönlich dafür Sorge tragen, dass euch endlich Gerechtigkeit widerfährt und ihr nicht nur von den Banditen erlöst werdet, sondern auch all eure entwendeten Habseligkeiten zurückbekommt. Aber zuvor hätte ich noch eine Frage. Was geschah mit den Avano Soldaten nach dem Sieg über Maxim Erekat?&#8220; Fragend blickte sie den Greis an. Sie hatte die Nachforschungen, welche sie in Avano anstellen sollten, keineswegs vergessen.
Dieser runzelte verwirrt die ohnehin schon arg zerfurchte Stirn. &#8222;Soweit ich weiß verschwanden sie einfach spurlos. Genau wie Maxim Erekat. Man munkelt zwar, dass er tot ist, doch seinen Leichnam hat man nie gefunden. Weder von ihm noch von seinen Soldaten gibt es seit damals die geringste Spur.&#8220;
&#8222;Das ist merkwürdig,&#8220;murmelte Rhynna und kaute nachdenklich auf ihrer Unterlippe herum. Wenn die ehemaligen Soldaten aus Avano angeblich verschwunden waren warum liefen sie dann auf einmal wieder in Dalanis herum und ermordeten hilflose Vagabunden? Das ergab keinen Sinn. Welchen Nutzen hatten sie daraus?
Verstimmt erkannte sie, dass ihre einzige Spur die mysteriösen Morde betreffend, soeben im Sande verlaufen war. Sie musste irgendetwas übersehen haben und konnte nur hoffen, dass sie recht bald dahinter kam, damit niemand mehr auf solch grausige Art und Weise sterben musste.
Sie sammelte sich und erhob sich anschließend. Emmy und der alte Mann taten es ihr gleich.
Dann reichte Rhynna ihm die Hand, die dieser ohne zu zögern ergriff. &#8222;Habt Dank für die offenen Worte, die ihr mit uns gewechselt habt,&#8220; sagte sie schließlich. &#8222;Ich weiß das zu schätzen und verspreche Euch, dass die Tyrannei der Banditen schon recht bald ein Ende haben wird. Vertraut mir.&#8220;
Mit diesen Worten drehten sie und Emmy sich um und verließen Avano wieder, um Ser Kai und Seya über das, was sie erfahren hatten, zu unterrichten.
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Rhynna ~ Magier/Priester/Kundschafter (50/35/32)

58

Tuesday, January 22nd 2013, 1:12pm

Rhynna und Emmy mussten den Weg, den sie vorhin entlang geritten waren, ein Stück zurückgehen, ehe sie Ser Kai und Seya auf einer kleinen Lichtung etwas abseits des Pfades fanden. Die beiden Männer hatten Feuerholz gesammelt und ein kleines Feuer entfacht. Seya saß gelangweilt im grünen Gras und schärfte sein Schwert, während Ser Kai etwas abseits an einem Baum lehnte und dumpf brütend in die Flammen starrte.
Rhynnas verspürte einen kurzen Stich des Mitleids, als sie ihren Mentor derart deprimiert erblickte. Offenbar machte ihm die ganze Situation immer noch sehr zu schaffen.
Seya sprang sogleich sichtlich erleichtert auf, als die beiden Frauen ans Feuer traten. „Da seid ihr ja endlich! Ich dachte schon ich müsste bis in alle Ewigkeit mit diesem Trauerkloß hier hocken,“ beschwerte er sich lauthals.
Rhynnas Augen verzogen sich jäh zu schmalen Schlitzen bei dieser respektlosen Äußerung dem Ritter der Löwenherzgarde gegenüber, sie beschränkte sich jedoch darauf dem unverschämten Krieger einen niederschmetternden Blick zu zuwerfen.
Emmy war nicht minder empört über Seyas Worte. „Seya! Sei nicht so unsensibel!“ tadelte sie ihn scharf und funkelte ihn böse an.
Doch ihr Tadel schien ihn nicht im Mindesten zu beeindrucken. „Du weißt doch, das ist eine meiner Spezialitäten,“ sagte er betont lässig und der Schalk tanzte in seinen braunen Augen.
Emmy schnaubte wenig damenhaft. „Pah!“ entgegnete sie. „Als ob ein solches Verhalten besonders erstrebenswert wäre! Ich verstehe wirklich nicht wie irgendeine Frau dich mit diesem grässlichen Benehmen auch nur ansatzweise anziehend finden kann.“ Ungläubig schüttelte sie den Kopf.
„Ach Emmilein, ich habe andere Vorzüge, wenn du verstehst was ich meine.“ Er zwinkerte ihr vergnügt zu.
Emmys Wangen wurden jäh dunkelrot. „Nenn mich nicht so!“ fauchte sie wütend, seine anzügliche Bemerkung bewusst ignorierend. „Ich hasse das und das weißt du genau!“
„Emmilein,“ hänselte Seya sie erneut, woraufhin Emmy ihn fest in den Magen boxte, was aber nicht die von ihr erhoffte Wirkung erzielte. Anstatt sich vor Schmerzen zu krümmen lachte er nur, was ihren Zorn nur weiter anstachelte. „Unmöglicher Kerl!“ zischte sie. „Warum musstest ausgerechnet du das andere Los bekommen? Ich hätte tausend Mal lieber einen der anderen an meiner Seite gehabt als dich, du schreckliche Nervensäge!“
Er grinste immer noch. „Wen denn? Issi vielleicht?“
„Warum nicht? Besser als dich wäre das allemal. Obwohl er Soli sicher schrecklich vermisst hätte, meinst du nicht?“
Und so begannen die Zwei über ihre zurückgelassenen Freunde auf Kolydia zu reden, alles andere um sich herum für den Moment vergessend.
Rhynna hatte ihrem freundschaftlichen Geplänkel gegen ihren Willen amüsiert gelauscht und auch Ser Kai war aus seiner Lethargie gerissen worden und hatte die ganze Szene mit einem schwachen Lächeln verfolgt.
„Man merkt, dass die beiden sich schon lange kennen,“ meinte er dann und erhob sich.
Rhynna legte den Kopf schief und sah nachdenklich zu dem Krieger und der Magierin hinüber, die nun etwas abseits unter den Bäumen standen. „Da gebe ich Euch recht. Aber findet Ihr nicht auch, dass sie ein bisschen so sind wie Hund und Katze?“
Ser Kai schmunzelte. „Das schon. Doch ich glaube, dass gehört einfach zu ihrer Freundschaft dazu.“
„Vermutlich habt Ihr Recht.“ meinte Rhynna lächelnd und strich sich eine widerspenstige Strähne ihres roten Haares aus der Stirn, welche sich aus ihrem Zopf gelöst hatte.
Dann blickte sie ihren Mentor forschend an. „Wie geht es Euch?“
Auch Ser Kais Miene wurde wieder ernst. „Wie Ihr sicher gemerkt habt, nehme ich mir sehr zu Herzen was wir heute erfahren haben. Vielleicht ein bisschen zu sehr.“ Er lächelte schief. „Aber es beunruhigt mich zutiefst, dass ein so junger Mensch bereits so voller Hass und Verbitterung steckt. Es ist mir unerklärlich wie es so weit kommen konnte.“
Er seufzte einmal und fuhr sich durch seine Haare, wie er es immer tat, wenn er aufgewühlt war.
„Ich kann es nun besser verstehen,“ meinte Rhynna nach einem Moment des Schweigens leise.
Ser Kai sah sie mit unergründlicher Miene an. „Dann erzählt mir davon,“ bat er schließlich und Rhynna kam seiner Bitte nur zu gerne nach, froh endlich loszuwerden was sie in Erfahrung gebracht hatte.
Als sie mit ihrem Bericht geendet hatte, sagte der Ausbilder der Löwenherzgarde eine ganze Weile kein einziges Worte, zu gelähmt von dem, was er soeben erfahren hatte. Dann seufzte er einmal schwer.
„Jetzt wird mir einiges klar,“ murmelte er. „Unfassbar, dass das Dorf Avano und seine Bewohner so einfach in Vergessenheit geraten konnten. So etwas darf einfach nicht geschehen!“
Er wandte sich mit grimmiger Entschlossenheit im Gesicht an Rhynna. „Wir müssen Wiedergutmachung leisten und das können wir nur, wenn wir diese armen Menschen aus der Tyrannei der Banditen befreien und ihnen ihre Vorräte zurückbringen. Wie lautet also Euer Plan?“
Rhynna blinzelte verblüfft. „Mein... Plan?“ stammelte sie. Mit dieser Frage hatte er sie vollkommen überrumpelt. Warum wollte er auf einmal von ihr wissen was nun zu tun war?
Ser Kai schenkte ihr ein mildes Lächeln. „Ihr habt diese Mission direkt vom König erhalten, nicht wahr?“
Sie nickte.
„Also solltet Ihr entscheiden wie unsere nächsten Schritte aussehen um Avano zu befreien.“
Rhynnas Lippen formten vor Überraschung ein lautloses „Oh!“, ehe sie eilig darüber nachdachte wie nun am besten vorzugehen war.
Sie war ehrlich überrascht, denn sie hatte sich bisher nicht als Anführerin der kleinen Gruppe verstanden und doch hatte sie sich bisher wie eine verhalten.
Schließlich hatte sie einen Plan ersonnen und hoffte, dass er die Zustimmung ihres Mentors finden würde. Sie rief Seya und Emmy zu sich und eröffnete ihren drei Reisegefährten dann wie das weitere Vorgehen aussehen sollte.
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Rhynna ~ Magier/Priester/Kundschafter (50/35/32)

59

Friday, January 25th 2013, 8:40pm

Einige Zeit später waren Ser Kai und Rhynna wieder auf dem Weg zurück nach Dalanis, um Verstärkung zu holen. Emmy und Seya blieben nahe Avano zurück und sollten die Lage auskundschaften.
Rhynna hatte zunächst Bedenken gehabt ob es wirklich klug war den impulsiven Krieger zurückzulassen, aber Emmys Beteuerungen vermochten sie schließlich zu beruhigen.
&#8222;Sorgt Euch nicht um uns,&#8220; hatte die schwarzhaarige Magierin gesagt. &#8222;Seya und ich haben schon ganz andere Situationen bewältigt. Ihr könnt Euch auf uns verlassen.&#8220;
&#8222;Euch glaube ich das gerne, aber bei ihm bin ich mir nicht so sicher,&#8220; hatte sie zweifelnd erwidert und auf den großen Krieger gedeutet, der im warmen Licht der Nachmittagssonne in tödlicher Konzentration mit seinem Schwert trainierte.
Emmy hatte amüsiert gekichert. &#8222;Ach, lasst Euch nicht von seinem unverschämten Gebaren blenden. Im Grunde genommen ist er ein netter Kerl, der sich lediglich hinter seinem aufbrausendem Wesen und seinem schneidenden Spott versteckt. Ich werde dafür sorgen, dass er sich zurückhält und nichts Unüberlegtes tut. Verlasst Euch da ganz auf mich.&#8220;
Die beiden Frauen hatten einen ernsthaften Blick ausgetauscht bis Rhynna sich sicher war, dass Emmy ihr Versprechen halten würde. &#8222;Also schön, ich glaube Euch.&#8220;
Rhynna lächelte bei der Erinnerung an das Gespräch. Sie mochte die unbekümmerte, offene Art der Magierin und spürte instinktiv, dass sie ihr in dieser Angelegenheit voll und ganz vertrauen konnte.
Seya und sie würden weitere Informationen über das Versteck der Banditen sammeln, sich ansonsten aber unauffällig verhalten und auf die Verstärkung in Form der Löwenherzgarde warten. Mit deren Unterstützung würden sie dann die Schurken angreifen und Avano endgültig aus ihrer Tyrannei befreien.
Eigentlich war der Plan recht simpel und auch dessen Durchführung sollte einfach zu bewerkstelligen sein. Dennoch konnte Rhynna einen Hauch von Sorge nicht unterdrücken. Was wenn doch etwas schief ging? Wenn die Banditen den geplanten Angriff zu früh bemerkten? Oder Seya doch etwas so Unüberlegtes tat wie einen Alleingang zu versuchen und Emmy ihn nicht aufhalten konnte?
Sie musste wohl eine recht sorgenvolle Miene aufgesetzt haben, denn Ser Kai meinte: &#8222;Die beiden schaffen das, macht Euch nicht zu viele Gedanken, Rhynna. Sie haben beide das Potential Großes zu leisten, genau wie Ihr.&#8220;
Aufmunternd lächelte er sie an.
Dankbar erwiderte Rhynna sein Lächeln. &#8222;Wenn Ihr das sagt, dann kann es nur wahr sein.&#8220;
&#8222;Selbstredend!&#8220;
Sie sahen sich einen Moment lang an, ehe sie beide anfingen zu lachen. Und zum ersten Mal an diesem Tag fühlte Rhynna sich richtig wohl.
Als ihr Lachen langsam verebbte, strich Rhynna sich eine Strähne ihres Haares hinters Ohr. Ihre Wangen waren leicht gerötet und die sacht wehende Brise hatte ihren sonst so ordentlichen Zopf kunstvoll zerzaust.
Sie merkte nicht, dass Ser Kais Blick nachdenklich auf ihr ruhte.
Eine ganze Weile ritten sie schweigend nebeneinander durch die Landschaft. Der Listana Fluss lag schon ein gutes Stück Weges hinter ihnen, als der Ausbilder der Löwenherzgarde schließlich wieder die Stimme erhob. &#8222;Ihr kommt mir verändert vor.&#8220;
Rhynna erschrak bei dieser Aussage.
Wieso sagte er etwas derartiges? Ahnte er etwas von ihrer inneren Zerrissenheit?
&#8222;Seit unserem letzten Treffen ist viel geschehen,&#8220; meinte sie dann leichthin und wich seinem forschenden Blick aus.
Ser Kai seufzte einmal tief. &#8222;Rhynna, ich sehe doch, dass Euch etwas bedrückt. Eure Augen können nicht lügen. Ich kann die Traurigkeit sehen, die sich in ihnen spiegelt, egal wie gut Ihr sie zu verbergen sucht.&#8220;
Rhynna biss sich auf die Unterlippe und starrte auf ihre Hände, die sich um die Zügel verkrampft hatten. Dass er aber auch so scharfsichtig sein musste! Sie war verunsichert und wusste nicht was sie auf seine Worte erwidern sollte.
Sollte sie ihm die Geschichte mit dem König erzählen? Wie würde er darauf reagieren, wenn er die Wahrheit erfuhr? Oder war es besser über die Ereignisse und ihre damit verbundene Blamage Schweigen zu bewahren?
&#8222;Rhynna,&#8220; drängte er sanft, als sie beharrlich schwieg. &#8222;Erzählt es mir und lasst mich Euch helfen.&#8220;
Sie hob den Kopf und begegnete seinem Blick, in dem sie nichts weiter als ehrliche Sorge las. Und das gab schließlich den Ausschlag.
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Rhynna ~ Magier/Priester/Kundschafter (50/35/32)

60

Sunday, January 27th 2013, 5:23pm

Rhynna holte einmal tief Luft. &#8222;Also schön, ich werde Euch erzählen was mich bewegt. Aber Ihr müsst mir bei allem was Euch heilig ist versprechen, dass Ihr mit niemanden ein Sterbenswort darüber redet.&#8220; Flehend sah sie ihn aus großen grünen Augen an.
Ser Kai legte seine linke Hand auf die Stelle seiner Brust, unter der sein Herz pochte. &#8222;Das schwöre ich Euch. Niemals würde ich Euer Vertrauen missbrauchen, werte Freundin.&#8220; Aus seinem Blick sprachen Aufrichtigkeit und Wärme, so dass Rhynna ihn zaghaft anlächelte.
Sie glaubte ihm. Selbst wenn er es ihr nicht geschworen hätte, würde er jedes Wort, welches sie ihm anvertraute für sich behalten. Er war ein grundehrlicher Mensch, der unter keinen Umständen etwas derart Unehrenhaftes wie Verrat begehen würde.
Und so begann sie zunächst stockend, dann immer sicherer ihm von den Geschehnissen der letzten Tage zu berichten. Sie ließ nichts aus und beschönigte die Ereignisse in keinerlei Weise. Als sie ihre widerstreitenden Gefühle für den König schilderte, glühten ihre Wangen vor Verlegenheit und sie hatte die Stimme unbewusst gesenkt.
Ser Kai hörte ihr aufmerksam zu. Als sie ihm offenbarte, dass der geheimnisvolle Vagabund Toni und König Callaway Kalume ein und dieselbe Person waren, machte er große Augen, sagte jedoch nichts.
&#8222;Jedenfalls bereue ich zutiefst, dass mir im Eifer des Gefechts herausgerutscht ist, dass zwischen ihm und mir niemals etwas sein wird. Verständlicherweise war er über meine direkten Worte äußerst ungehalten. Wahrscheinlich hat er mich deshalb gemeinsam mit Emmy und Seya auf diese Mission geschickt, um mich erst einmal nicht mehr sehen zu müssen. Und ich kann ihm nicht einmal einen Vorwurf daraus machen...&#8220; schloss sie ihren Bericht und blickte unglücklich auf ihre Hände.
Ser Kai betrachtete ihre zusammengesunkene Gestalt lange Zeit und fragte dann: &#8222;Und wieso genau kann zwischen Euch und ihm nie etwas sein? Ihr sagtet es gäbe eine ganz besondere Anziehung zwischen euch. Was wenn diese Anziehung mehr ist als bloßes Begehren?&#8220;
&#8222;Und was wenn nicht?&#8220; hielt sie dagegen und ihr eindringlicher Blick verriet wie verletzlich sie sich bei diesem Gedanken fühlte. &#8222;Niemand kann mir garantieren, dass sich daraus mehr entwickeln könnte. Und als wenn das nicht schon genug wäre, ist er darüber hinaus der Herrscher dieses Landes, ich hingegen bin lediglich eine Fremde, die als Soldatin in seiner Garde dient. Eine Beziehung zwischen uns hätte von Anfang an keine Chance zu bestehen.&#8220; Traurig schüttelte sie den Kopf.
&#8222;Glaubt Ihr das wirklich?&#8220; Forschend musterte Ser Kai sie. &#8222;Oder ist das nicht vielleicht nur ein willkommener Vorwand, um Euch gar nicht erst dem Risiko verletzt zu werden auszusetzen?&#8220;
Rhynna erstarrte. Ihre Wangen überzogen sich mit einer feiner Röte und sie mied bestürzt seinen prüfenden Blick. Ein weiteres Mal verfluchte sie im Stillen seine Fähigkeit bis ins tief verborgene Innere seiner Mitmenschen zu sehen und dort die Wahrheit zu erkennen.
Dass er aber auch ausgerechnet darauf zu sprechen kommen musste!
Sie wusste genau, dass er recht hatte. Seit Wrath damals ihre Gefühle für ihn schamlos ausgenutzt, sie nach Belieben manipuliert und schließlich verraten hatte, war sie nicht mehr dieselbe. Als sie endlich erkannt hatte wie er wirklich war und das seine vermeintliche Liebe zu ihr vielmehr auf ungestümen Verlangen und unermesslicher Besitzgier beruhte, zerbrach tief in ihrem Herzen etwas. An jenem Tag hatte sie sich geschworen nie wieder so dumm zu sein. Niemals wieder würde sie zulassen, dass sie dermaßen verletzbar wurde und sich einem Mann auf Gedeih und Verderb auslieferte.
&#8222;Ich habe genau ins Schwarze getroffen, nicht wahr?&#8220; riss Ser Kais sanftes Timbre sie aus ihren düsteren Gedanken an längst vergangene Zeiten.
Sie wagte nicht ihm in die Augen zu sehen und beschränkte sich stattdessen auf ein schwaches Nicken. Die Erinnerung an Wrath hatte einen schalen Geschmack in ihrem Mund hinterlassen. Sie wusste aus bitterer Erfahrung, dass er irgendwo da draußen war und darauf lauerte ihrer wieder habhaft zu werden. Er würde sie nie in Ruhe lassen, glaubte er doch sie wäre sein persönlicher Besitz.
Sie schauderte und war froh, dass sie sich auf Zandorya und damit weit außerhalb seiner Reichweite befand. Hier fühlte sie sich sicher, denn Wrath konnte nicht wissen, dass sie Evaline hierher begleitet hatte, da sie ihre Spuren sorgfältig verwischt hatte.
&#8222;Verzeiht mir, wenn ich durch meine Worte unliebsame Erinnerungen heraufbeschworen habe,&#8220; entschuldigte sich Ser Kai nach einer Weile des Schweigens bei ihr.
Rhynna atmete einmal tief durch, ehe sie abwinkend meinte: &#8222;Schon gut, ich weiß Ihr habt es nicht böse gemeint. Und ich muss Euch recht geben, ich habe wahnsinnige Angst davor Nähe zu zulassen, weil ich nicht erneut verletzt werden will.&#8220;
Sie schenkte ihm ein kurzes, oberflächliches Lächeln ehe sie den Blick wieder starr nach vorne richtete.
Mittlerweile hatte die Abenddämmerung eingesetzt und gegen das schwindende Licht des Tages zeichneten sich bereits deutlich die Türme und Mauern von Dalanis ab. Es war nicht mehr weit.
&#8222;Das kann ich einerseits verstehen andererseits auch wieder nicht.&#8220; sagte Ser Kai, woraufhin Rhynna sich ihm überrascht wieder zu wandte. &#8222;In allen anderen Belangen zeichnet Ihr Euch durch Mut und Tapferkeit aus. Wieso macht Ihr ausgerechnet bei Herzensangelegenheiten einen Unterschied?&#8220; Ihre Augen weiteten sich bei seinen Worten und voller Bestürzung hielt sie seinem bohrenden Blick stand.
&#8222;Ich...,&#8220; setzte sie an, um sich zu rechtfertigen, doch er winkte ab und sie verstummte.
&#8222;Hört mir zu, Rhynna. Ich möchte Euch nun einen Rat geben. Es liegt allein an Euch ob Ihr ihn annehmt oder nicht. Aber ich möchte Euch bitten zumindest gründlich darüber nachzudenken. Werdet Ihr das tun?&#8220;
Sie nickte stumm und wartete darauf, dass er fortfuhr.
Er brummte zufrieden über ihre Zustimmung. &#8222;Gut. Ganz gleich was Euch dieser Mann in der Vergangenheit angetan haben mag, begeht nicht den Fehler und setzt Callaway Kalume mit ihm gleich. Der König wäre niemals so grausam Euch mit Absicht Schaden zu zufügen. Soviel kann ich Euch nach allem was ich weiß versichern. Geht das Wagnis ein und schaut wie sich das Ganze entwickelt. Manchmal muss man einfach den Verstand ignorieren und seinem Herzen folgen. Egal wie schwer es fallen mag.&#8220;
In diesem Moment passierten sie das Südtor und nickten den beiden Gardisten der Löwenherzgarde, die dort Wache standen höflich zu.
&#8222;Danke,&#8220; murmelte Rhynna dann schlicht und nach einem Blick auf Ser Kai wusste sie, dass er verstanden hatte wie viel mehr sie mit diesem kleinen Wort ausdrücken wollte.
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Rhynna ~ Magier/Priester/Kundschafter (50/35/32)