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Saturday, October 21st 2017, 6:23pm

Thema Glücksspiel in Online-Spielen und Jugendschutz

So, mal ein wenig schwere Kost:

Golem.de hatte letztens mal ein Artikel zum Thema Glücksspiel in Online-Spielen. Dort ist eine Einschätzung der USK verlinkt. Nachdem wir ja mit dem Plussen, den Gashas und dem Glücksrad auch ein heftiges Ingame-Glücksspiel gegen Echtgeld haben, finde ich das durchaus auch für uns lesenswert:

Artikel auf Golem.de: Lootboxen gelten bisher nicht als Glücksspiel
Foreneintrag auf 4players.de mit einer Antwort der USK Post im Thread "Mittelerde: Schatten des Krieges - Test"
Stellungsnahme auf der USK Seite: Lootboxen und Jugendschutz

Im Prinzip ist dem Missbrauch durch die Spielbetreiber Tür und Tor geöffnet, aber die USK sieht es gar nicht als Problem an. Die Kurzfassung der Argumentation lautet in etwa: Da bei solchen Sachen kein Geld gewonnen werden kann, bzw der Verkauf der Gewinne nicht möglich ist, fallen solche Glückspiele in Online-Games nicht unter die Glücksspielgesetze. Das teilweise doch ein Verkauf über inoffizielle Wege statt findet, kann man dem dem Spielbetreiber angeblich nicht zur Last legen. Laut der USK-Antwort entspricht die zufällige Auswahl von Gegenständen im Wesentlichen Spiel- und Geschäftsmodellen, die Gewinnspielen oder sogenannten Ausspielungen bei denen der Gewinn in geringwertigen Gegenständen besteht, ähneln (Lose, Panini-Bildchen), aber allgemein als für Kinder und Jugendliche unbedenklich betrachtet werden. Ansonsten sehen sie vor allem die Eltern in der Pflicht. Und auf der Webseite schieben sie noch einen Kommentar hinterher, frei nach dem Motto: "Ihr seid doch nur angepisst, weil es in eurem Vollpreisspiel Micro-Transaktionen gibt." Denn das war auch irgendwo der Hintergrund der Anfragenden.



Meiner Meinung nach hat die USK dabei zwei schwerwiegende Fehler bei ihrer Argumentation bezüglich der Jugendgefährdung begangen:

1. Der Vergleich mit der Ausspielung von geringwertigen Gegenständen ist in vielen Fällen schlicht falsch. Tatsache ist, dass diese Gegenstände manchmal in Spielen einen immensen Wert besitzen. Auch wenn die Gegenstände keinen direkten finanziellen Wert haben, da sie offiziell nicht in Geld getauscht werden können, so haben sie doch ganz klar einen alternativen Beschaffungswert. Dieser Wert lässt sich meist durch eine Ingame-Währung (in RoM zum Beispiel Gold) recht gut beziffern. Diese Ingame-Währung ist jedoch oft auch direkt oder indirekt über verschiedene Wege durch echtes Geld erwerbbar. Auf RoM bezogen, kann man Euros in Diamanten umrechen und Diamanten dann zu üblichen Serverkursen in Gold umrechnen. Wenn der Gegenwert für ein Item aus einem Glücksspiel dann einen alternativen Beschaffungsgegenwert, von beispielsweise 50 bis 200 Euro, selbst zu günstigsten Annahmen, überschreitet, dann kann man eigentlich nicht mehr von einem "Gewinn in geringwertigen Gegenständen" sprechen, meiner Meinung nach. Und damit ist die Argumentation der USK, dass diese im allgemein für Kinder und Jugendliche unbedenklich betracht werden hinfällig.

Vielleicht mag einer den Vergleich zwischen einem Verkaufswert und einem Beschaffungswert nicht gefallen, und klar auf einen Unterschied hinweisen. Aber Tatsache ist doch, dass beispielsweise ein Veranstalter eines Glücksspiels bei dem es gegen Echtgeld als möglichen Gewinn eine sehr teuere personengebundene, nicht übertragbare Reise zu gewinnen gibt, nicht damit aus der Affäre ziehen, dass der Gewinn ja keinen Verkaufswert hat, und daher als geringwertig angesehen werden muss.


2. Die Suchtgefahr wird unterschätzt. Das Thema Sucht ist eigentlich fast kein Thema in der Stellungsnahme der USK gewesen. Jedoch muss man hier sich vor Augen halten warum eigentlich Glücksspiel, mit echtem Geld bei dem es echtes Geld zu gewinnen gibt, als jugendgefährdend gilt. Wenn man sich dieser Argumentation bewusst ist, kann man den nächsten Schritt machen und fragen, wie es mit der Jugendgefährdung bei einem Glücksspiel mit echtem Geld gegen virtuelle Güter steht, die teilweise einen sehr hohen Beschaffungswert aufweisen. Hier muss man vor allem darauf hinweisen, dass gerade für Kinder das Geld mit seinem abstrakten Wert gar keinen so großen Reiz aufweist, wie es ein begehrtes virtuelles Item in einem Spiel vermag. Von daher sehe ich persönlich die gefährdende Wirkung von virtuellen Items gerade bei Kindern sogar noch deutlich größer. Der relative Wert der Items wird den Kindern nämlich durchaus bewusst.



Zurecht muss man aber sagen, dass die USK richtig liegt, wenn sie letztlich sagt, dass sie dafür gar nicht zuständig ist. Es fehlt hier schlicht vollständig an Vorgaben, Regulierungen und Richtlinien und man müsste hier eigentlich den Gesetzgeber in die Pflicht nehmen.

Auf der anderen Seite stimmen aber auch die Spieler mit den Füßen ab. Spiele die mit diesen Mitteln arbeiten, haben nicht ohne Grund einen sehr schlechten Ruf in der gesamten Spieler-Community und auch bei der Presse. Und die viele Negativ-Werbung drücken die Einnahmen durchaus, wenn langfristig ein guter Teil der Spieler einen Bogen um das Spiel macht, nur weil sie irgendwann mal etwas über das Verhalten des Betreibers gelesen haben.

Letztlich weißt die USK ansonsten noch darauf hin, dass sich die Werbung bei solchen Sachen nicht an Kinder und Jugendliche richten darf. Gerade dafür hat ja auch Gameforge schon eins richterlich auf den Deckel bekommen, weil sie Sachen aus dem Item-Shop beworben hatten, und dabei an Kinder gerichtete Formulierungen verwendet hatten. Berichte über das Urteil könnt ihr übrigens auf unzähligen Newsseiten finden, wenn ihr einfach mal danach sucht. Die USK ermuntert hier auch klar: "Vermutete Verstöße können der USK gemeldet werden."



Wie seht ihr das Thema virtuelles Glückspiel und Jugendschutz eigentlich generell und auch gerade auf RoM bezogen?
Habt ihr vielleicht auch schon mal erlebt, wie ein Kind oder Jugendlicher bei RoM in eurem Umfeld beim Plussen, bei Gashas oder beim Glücksrad in ein bedenkliches Verhalten hineinrutschte?


Geht dabei aber bitte nicht von eurer eigenen "Angepisstheit" aus, insbesondere wenn ihr schon erwachsen seid (dafür könnt ihr gerne einen anderen Thread benutzen), sondern seht das Ganze vor dem Hintergrund des Jugendschutzes.

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Sunday, October 22nd 2017, 12:03pm

Also ich finde diese ganzen Lotboxen, (was RoM so nicht hat) reinste Kinder abzocke.
Das bezieht sich für mich auch auf die Gashas, Glücksrad , Plussen usw was RoM hat.
Diese Mechaniken werden mit Absicht so eingebaut das diese gerade für Kinder sehr ansprechend und verlockend sind.
Desweiteren wird für diese Mechaniken von den Publishern, in meinen Augen(GF wurde da ja schon mal für abgestraft), eine viel zu Kinder aufdringlich Werbung betrieben.

Also für mich ist gerade bei RoM das Glücksrad sowie die Gashas Glücksspiel hoch 10 und leider sieht sich der Publisher auch nicht in der Lage unsere Kinder davor zu Schützen.


Da Frage ich doch gleich mal, warum gibt es bei solchen Mechaniken keine altersabfrage?

GF sollte eine altersabfrage zum Schutze unserer Kinder einbauen.


Ps.: Dieses spiegelt meine Meinung zu diesem Thema wieder, ich denke das ich hier meine Meinung frei äußern Darf, auch wenn sie nicht gerade Positiv zur Sache steht.
Ritter/Krieger schon immer gewesen und werde ich immer bleiben!
Zur Zeit wieder auf Muinin unterwegs^^

3

Sunday, October 22nd 2017, 12:29pm

Und wie soll das mit der Altersabfrage funktionieren?

Ich habe mir die Links angetan und auch die Diskussionen dort gelesen.
Meines Erachtens wollen die Erwachsenen die angeprangerten Spielinhalte nicht und ziehen nun nur den Joker "Sorge um die Kinder".

Selbst Mutter zweier, mittlerweile erwachsener, Söhne halte die Aussage, dass sich Eltern selbst um idie Erziehung ihrer Kinder kümmern sollen, für vollkommen richtig.
Sicher ist dies manchmal sehr mühevoll, aber Kinder bis zur Volljährigkeit unter einer Käseglocke zu halten, unter der sie nur positive Erfahrungen machen dürfen, halte ich für den absolut falschen Weg.

Meine wollten auch Geld für irgendwelche Autos für Rennspiele und Leben zum Zocken.
Dafür hatten sie ihr frei verfügbares Taschengeld.
War es für solchen Unsinn ausgegeben, blieb mein Geldbeutel zu.
So verflog das Interesse an diesen Sachen recht schnell.

Es gibt viel wichtigeres vor dem wir unsere Kinder wirklich schützen müssen und was man mit Erziehung nicht bessern oder verhindern kann.

Iannash

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Sunday, October 22nd 2017, 9:39pm

Zum Thema Altersabfrage:

Ich bin der Meinung kein User musste zur Eröffnung eines Accounts persönliche Daten preisgeben. Zumindest musste ich nirgends ein Geburtsdatum oder ähnliches eingeben. Bedeutet eingentlich wenn eine Altersabfrage erfolgen sollte müsste man, um dies wirklich effektiv zu betreiben, Daten erheben. Diesbezüglich auch nochmal der Hinweis ... es bringt nichts dem Support anzubieten einen Personalausweis zu zu schicken wir kennen euch nicht ;-)

Würde man einfach ein Fenster öffnen lassen in dem Steht gib dein Alter ein und erweitern dies mit SEI EHRLICH! Glaube ich das jeder der von einer Sperrung des Item-Shops betroffen ist der etwas aus dem Item-Shop erstehen möchte mindestens die zahl 18 eingeben wird ;-)

Zum Thema Erziehung äußere ich mich erstmal nicht.

Suchst du einen Kollegen? Oder den RunesofMagic.DE Support? Klicke auf die Links!
Du suchst mich im IRC? Iannash--> #runesofmagic.de
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Du bist mit einer Entscheidung von mir nicht zufrieden? Kontaktiere meinen Superior Rakymos

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Monday, October 23rd 2017, 10:38am

Das Problem bei vielen Spielen ist, das man die Items zum Spielen nicht braucht. Und damit sind die Hersteller zumindest gesetzlich fein raus.

Ich finde das zweischneidig. Zum einen spricht das Thema "sucht" ganz klar dagegen. Zum anderen ist es nicht die Schuld des Herstellers, wenn sprößling XY alles Geld an "spielereien" ausgibt, die man aber zum Spielen eigentlich nicht benötigt.

Ich denke unterm Strich auch, das die Eltern dafür verwantwortlich sind ihren Kindern ein gesundes Maß im Spielebereich zu vermitteln.

Die Hersteller wollen halt nur das gute Geld von ihren Kunden, da ist ihnen egal wo dieses herkommt.

Mann verbietet ja auch nicht den Kiosk nebenan, der sämtliche Süßigkeiten in der auslage hat und kleine Kinder evtl. nicht dran vorbei kommen.

kako88

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Monday, October 23rd 2017, 2:47pm

Zurecht muss man aber sagen, dass die USK richtig liegt, wenn sie letztlich sagt, dass sie dafür gar nicht zuständig ist. Es fehlt hier schlicht vollständig an Vorgaben, Regulierungen und Richtlinien und man müsste hier eigentlich den Gesetzgeber in die Pflicht nehmen.
Das hier ist doch der schon komplett abgearbeitete wichtige Teil.
Es gibt keine klaren Regulierungen, es gibt dafür Grauzonen und schwammige Formulierungen und am Ende kann niemand irgendwem etwas.

"Der im Glücksrad zu erhaltende Preis ist nicht fürs Spielen notwendig"
ist hierbei ein tolles Beispiel. Und selbst als es die +20er noch im Glücksrad gab hat der gezogen - warum?
Weil es hier von vornherein an einer Definition fehlt, ganuso wenns ums Thema F2P an sich geht...

Kann ich RoM spielen ohne Dias aufzuladen, ohne auf den Shop zuzugreifen? Ja
Kann ich alle Zonen und Instanzen (auf allen Modi) bestreiten ohne Shop? Nein
und zum Glücksrad seinerzeit mit den 20ern
Kann ich jede Instanz ohne diese +20er auf allen Modi bestreiten? Ja/Nein (Ich pershönlich bezweifle es, dass eine Gruppe mit kompletter Ausrüstung max +16 dies schaffen würde aktuell in Eisklinge und Co - liegt aber wohl hauptsächlich an den Bugs der Instanz).
Und abschließend die Frage - ist es "Spielen" wenn ich durch Silberquell flanieren kann oder gehört zum "Spielen" wirklich jeder Aspekt (und damit auch die hohen HM Inis) dazu?

Und so wie wir dort eine Grauzone haben weil es an Definitionen und Regeln fehlt, ist dies in jedem Segment ähnlich, was sich mit den Exklusivwährungen Diamanten und Rubinen befasst. Sei es das Plussen, sei es das neue Failrad oder die Gashas.

Die Echtgeldbeträge sind durchaus nicht gering und würde man eine aktuelle Waffe +25 t13 mit diversen Fehlschlägen beim Plussen mal hochrechnen und vllt sogar den Preis Waffe mit umrechnen kommen wir für 1 Ausrüstungsteil von 15 (16... ja nach Klasse) auf Gegenwerte von schnell 150-200 Euro.
Und auch einzelne Items aus dem Shop/Rad haben ja durchaus Gegenwerte... Nehmen wir mal die Waffensteine +20 ohne Diaaktion (wovon man ja ausgehen muss in der Betrachtung), dann sind wir auch bei 599 Dias = 25 Euro. Davon brauch ich dann mindestens 4 Steine - meistens sogar mehr...
Aber in der Theorie könnte man ja auch (und Open World geht das auch bequem) das Spiel bestreiten mit viel weniger - nur halt nicht jeden Aspekt des Spiels...

Auf Wunsch des Users, folgender Text hinzugefüht (durch Kineila):

PS: da es grad um Schutz geht - ich hab ja grad sicherheitshalber nachgeschaut wieviele Diamanten ich für 25 Euro bekomme ohne Angebot (600) - und da fällt einem doch direkt auch noch wieder auf, dass die Seite Runesofmagic.de kein https hat und sowohl in chrome, als auch Firefox als unsicher eingestuft wird und man sich nicht anmelden sollte - eigentlich sehr traurig für so einen "großen" Spiele Anbieter wie GF"

Du bist mit einer Entscheidung von mir unzufrieden? - Bitte kontaktiere das große fliegende Spaghettimonster.


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